Im Chemieunterricht Reizgas versprüht: 16 Schüler verletzt

Alfred Domke

Elfjähriger verletzt im Unterricht 16 Mitschüler mit Reizgas

Im niedersächsischen Friesoythe hat ein Sechstklässler am Freitag einen Großalarm ausgelöst. Der elfjährige Junge hatte während des Unterrichts in einem Fachraum für Chemie und Physik Reizgas versprüht. 16 Schüler wurden dabei verletzt, einige von ihnen mussten mit schwereren Atemwegs- und Augenreizungen in Krankenhäuser gebracht werden.

16 Schüler durch Reizgas verletzt

Am Freitag morgen hat ein elfjähriger Junge in Friesoythe im Landkreis Cloppenburg (Niedersachsen) während des Unterrichtes im Chemie-/Physikraum der örtlichen Realschule Reizgas versprüht. Laut einer Pressemitteilung der Polizei befanden sich zu diesem Zeitpunkt insgesamt 26 Schüler einer sechsten Klasse in dem Klassenraum, 16 von ihnen wurden verletzt.

Am Freitag hat ein elfjähriger Junge an einer Schule in Niedersachsen Reizgas versprüht. Dabei wurden 16 Schüler verletzt, sieben von ihnen mussten zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden. (Bild: lassedesignen/fotolia.com)

Sieben Kinder mussten in Kliniken gebracht werden

„Nach notärztlicher Erstversorgung konnten neun der verletzten Schüler von ihren Eltern abgeholt werden, sieben Schüler wurden auf Grund von schwereren Atemwegs- und Augenreizungen mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser verbracht und dort ärztlich versorgt“, schreibt die Polizei.

Die unverletzten Schüler wurden ebenfalls von ihren Eltern abgeholt worden, der betroffene Klassenraum blieb für den Rest des Tages gesperrt.

In den anderen Klassen lief der Unterricht während des Einsatzes, an dem sich rund 100 Rettungskräfte beteiligten, weiter.

Nach Polizeiangaben wurde gegen den verursachenden Schüler ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Laut Medienberichten sei noch unklar, ob es sich bei der versprühten Substanz um Pfefferspray oder ein anderes Reizgas gehandelt hat. Klar sei jedoch, dass der Junge die Kartusche selbst mit in die Schule gebracht hat.

Gesundheitliche Folgen

Reizgas, wie zum Beispiel Tränengas oder Pfefferspray, wird in Deutschland unter anderem von der Polizei bei Demonstrationen eingesetzt.

Einige Menschen erwerben solche Mittel auch privat zur Selbstverteidigung. Minderjährigen fällt es oft nicht schwer, an solche Sprays zu kommen.

Die Symptome, die dadurch verursacht werden, treten in der Regel sofort oder wenige Sekunden nach dem Versprühen auf.

Versprühtes Reizgas kann zu einer Schwellung der Schleimhäute und dem sofortigen Schließen der Augenlider führen. Durch das Einatmen des Reizstoffes treten meist Husten und Atemnot auf. Auf der Haut entsteht häufig ein unangenehmer Juckreiz. (ad)