Im Operationssaal: Chirurg stirbt an Herzinfarkt

Alfred Domke

Herzinfarkt: Chirurg stirbt im Operationssaal

19.04.2014

Ein 52-jähriger Chirurg ist in Portugal in einem Operationssaal an einem Herzinfarkt gestorben. Der Arzt hatte sich auf eine Schilddrüsenoperation vorbereitet, als er einen starken Schmerz in der Brust spürte. Kollegen hatten versucht ihn wiederzubeleben, jedoch ohne Erfolg.

Chirurg stirbt im Operationssaal an Herzinfarkt
In Portugal ist am Mittwoch ein 52-jähriger Chirurg in einem Operationssaal an einem Herzinfarkt gestorben. Der Arzt hatte sich gerade auf eine Schilddrüsenoperation bei einer Patientin vorbereitet, als er einen starken Schmerz in der Brust spürte. Laut Kollegen sagte er noch: „Ich habe unerträgliche Schmerzen!“, bevor er zusammenbrach. Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos.

Ein trauriger Zufall
Der Vorsitzende des portugiesischen Medizinerverbands, José Manuel Silva, sagte am Donnerstag gegenüber dem Fernsehsender RTP: „Er ist leider mitten während der Arbeit gestorben.“ Wie Silva einräumte, sei im Krankenhaus von Aveiro im Zentrum des Landes, wo der Chirurg arbeitete, die „Atmosphäre im Moment sehr stressig.“ Ob dieser Stress jedoch Auslöser des Infarkts war, sei nicht sicher. „Es ist ein trauriger Zufall.“

Chirurgen stehen unter Stress
Dass Ärzte und speziell Chirurgen zunehmend unter Stress stehen, wird immer wieder berichtet. So hatte etwa im vergangenen Jahr eine Untersuchung der Klinik für Psychiatrie der Uniklinik Mainz unter der Leitung von Professor Dr. Klaus Lieb ergeben, dass rund 20 Prozent der deutschen Chirurgen mindestens einmal zu verschreibungspflichtigen oder illegalen Drogen gegriffen haben, um Stress abzubauen und um ihre Leistung zu steigern. An der Studie hatten 1.105 deutsche Chirurgen teilgenommen. Die Mediziner begründeten den Konsum unter anderem mit hohen beruflichen Anforderungen, unregelmäßigen Arbeitszeiten, Hektik oder langen Schichtdiensten. (ad)

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