Immer mehr Anträge auf Adipositas-Operationen

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Operation: Abnehmen: Die Krankenkasse IKK Südwest verzeichnet immer mehr Anträge auf Adipositas-Chirurgie – 90 Prozent der Antragsteller sind Frauen

27.12.2011

Immer mehr Menschen wollen ihr Übergewichtsproblem operativ lösen und sich einem Magen-Eingriff unterziehen. „Die Anträge auf Magen-Operationen nehmen in den vergangenen Jahren sehr stark zu“, berichtet IKK-Gesundheitsberaterin Marie-Louise Conen. So verzeichnet die IKK Südwest für das Jahr 2011 (89) mehr als doppelt so viele Anträge wie im Jahr 2008 (40), was einer Steigerung von 122,50 Prozent entspricht. Dabei stammen rund 90 Prozent der Anfragen von Frauen zwischen 30 und 40 Jahren.

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Grundsätzlich kommen vier Operationsverfahren für die sogenannte Adipositas-Chirurgie in Frage: Ein Magen-Ballon, eine Magen-Verkleinerung, ein Magen-Band oder ein Magen-Bypass. Die Kosten betragen pro Fall zwischen 2.000 Euro (Magen-Ballon) und 8.000 Euro (Magen-Bypass). Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) bewilligt solche Eingriffe allerdings nur in Ausnahmefällen. Die medizinische Notwendigkeit für einen solchen Eingriff muss gegeben sein. Diejenigen, die Absagen erhalten, legen meist Widerspruch ein.

Ein Übergewichtsproblem sei zudem auch durch eine Magen-OP nicht von heute auf morgen behoben, sagt IKK-Gesundheitsberaterin Marie-Louise Conen: „Nur operieren reicht nicht.“ Bei jedem Patienten werde sorgfältig geprüft, ob sich das Übergewicht nicht auch durch ambulante Therapien bekämpfen lässt.

„Vorab sollte auf jeden Fall eine fundierte langfristige Beratung sowie eine Ernährungs-, Verhaltens- und Bewegungstherapie stattfinden“, erklärt die Gesundheitsberaterin.

Die Antragsteller müssen die mehrmonatige regelmäßige Teilnahme an solchen Therapien nachweisen, bevor eine Operation genehmigt werden kann. „Und auch postoperativ muss eine strikte Ernährungstherapie eingehalten werden“, betont Marie-Louise Conen. Zudem birgt jede Operation darüber hinaus immer auch Risiken und Nebenwirkungen, die es abzuwägen gilt.

Versicherte der IKK Südwest können sich in Ernährungsfragen an die IKK-Gesundheitsberater wenden und das Ernährungstraining IKK Gesund und Lecker in Anspruch nehmen. Es richtet sich an alle Familien und Kinder, die ihre Ernährung dauerhaft, schonend und ohne Verbote umstellen wollen oder müssen. Dies gilt auch für Ernährungsumstellungen in Verbindung mit Erkrankungen. IKK Gesund und Lecker bietet zum Beispiel medizinische Ernährungsberatung zu den Themen Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte, ernährungsbedingte Allergien, Gicht, Neurodermitis, Osteoporose, Über- und Untergewicht sowie Verdauungsstörungen an. (pm)