Impfung gegen tödliche Hirnhautentzündung

Heilpraxisnet

Flächendeckende Impfung gegen tödliche Hirnhautentzündung

01.04.2015

Seit Ende 2013 gibt es die Möglichkeit, Kinder gegen Meningokokken B (Neisseria meningitidis) impfen zu lassen. Die Bakterien können unter anderem eine tödliche Hirnhautentzündung auslösen. Großbritannien führt als Vorreiter nun eine Standardimpfung für Babys ein.

Flächendeckende Impfung von Babys
Großbritannien führt als wohl erstes Land der Welt eine flächendeckende Impfung von Babys gegen Meningokokken B (Neisseria meningitidis) ein. Einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge solle der Impfstoff Bexsero gegen den Auslöser von Hirnhautentzündung noch in diesem Jahr in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Dies kündigte das Gesundheitsministerium in London am Sonntag an. Laut Angaben des Ministeriums impft bislang kein anderes Land standardmäßig gegen diesen Meningokokken-Typ, der tödliche Hirnhautentzündungen zur Folge haben kann.

Infektionen sind selten aber gefährlich
Bis Ende 2013 waren nur Impfstoffe gegen Meningokokken der Serogruppen A, C, W und Y verfügbar gewesen, nicht aber gegen B. Seit 2008 gab es dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge jedes Jahr etwa 400 Meningokokken-Infektionen, wobei insbesondere Kleinkinder und Jugendliche betroffen waren. Die Zahl der Fälle ist zwar niedrig, doch bei jedem Zehnten veräuft die Infektion tödlich. So können Meningokokken des Typs B schwere Hinrhautentzündungen („Meningitis“) auslösen, die oft von hohem Fieber, Kopfschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost und Lichtempfindlichkeit begleitet werden. Zudem kann es durch die Bakterien zu einer Blutvergiftung kommen, die in schweren Fällen zu Amputationen von Gliedmaßen führen kann.

Deutsche Experten sind noch skeptisch
Angaben der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI zufolge schützt der derzeit verfügbare Impfstoff jedoch nicht gegen alle Meningitis-B-Stämme. Wie das RKI im September vergangenen Jahres in seinem „Epidemiologischen Bulletin“ mitteilte, reichen den deutschen Experten die bislang vorliegenden Studienergebnisse nicht aus, um sich für oder gegen eine allgemeine Impfempfehlung auszusprechen. Allerdings empfiehlt die Kommission eine Impfung gegen Meningokokken C für alle Kinder. (ad)

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