In dieser Saison deutlich mehr Grippefälle als im vergangenen Winter

Alfred Domke
Schon 3700 Grippefälle in Bayern gemeldet
In manchen Regionen Deutschlands startete die aktuelle Grippesaison deutlich früher als in den vergangenen Jahren. In Bayern wurden wesentlich mehr Erkrankungen registriert als im vergleichbaren Zeitraum des vergangenen Winters. Experten sind sich nicht sicher, ob eine große Grippewelle droht.

Mehr als 1000 neue Erkrankungen in einer Woche
Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen: Die Grippewelle ist in vollem Gange. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa ist die Zahl der Grippefälle in Bayern in dieser Saison auf rund 3.700 gestiegen. Das Landesamt für Gesundheit (LGL) in Erlangen teilte demnach mit, dass allein in der vergangenen Woche über 1.000 neue Erkrankungen registriert wurden.

Die aktuelle Grippesaison hat deutlich früher begonnen als in den Vorjahren. In Bayern wurden bereits rund 3.700 Erkrankungen registriert. (Bild: hbrh/fotolia.com)

Grippesaison startete diesmal früher
Den Angaben zufolge waren es im Winter 2015 auf 2016 zum vergleichbaren Zeitpunkt nur 564 Fälle. Die aktuelle Grippesaison startete allerdings schon Anfang Dezember – statt wie in den vergangenen Jahren erst Mitte Januar.

Nach Agenturangaben gab es die heftigste Grippewelle zuletzt im Winter 2014/2015. Das LGL zählte auf ihrem Höhepunkt damals allein in einer Woche rund 2.500 Fälle.

Laut Gesundheitsexperten könne aber jetzt noch keine Aussage darüber getroffen werden, ob die Saison nur nach vorne verschoben ist und früher wieder abflaut, oder ob am Ende ein Anstieg der Fälle zu verzeichnen sein wird.

Nicht auf die leichte Schulter nehmen
„Eine Influenzaerkrankung (Grippe) ist heute besser und unter anderen medizinischen Versorgungsbedingungen zu behandeln als zu Beginn des letzten Jahrhunderts“, schreibt das LGL auf seiner Webseite.

Aber: „Für Menschen mit Grunderkrankungen kann eine Grippe eine lebensbedrohliche Komplikation bedeuten.“

Wegen der sich ähnelnden Symptome sind sich Patienten oft gar nicht sicher, ob eine Grippe oder ein grippaler Infekt für ihre Beschwerden verantwortlich ist. Nicht alle von ihnen gehen zum Arzt und auch dort werden Personen mit Erkältungssymptomen nicht immer auf Influenza getestet.

Im Gegensatz zur Erkältung, die in der Regel langsam beginnt, tritt die Grippe ganz plötzlich auf und äußert sich unter anderem durch hohes Fieber, Gelenk- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, und Kopfschmerzen.

Todesfälle durch das Grippevirus sind laut Experten nichts Ungewöhnliches. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) starben in der Saison 2014/15 bundesweit rund 20.000 Menschen an Grippe. (ad)