Industrielle Instant-Nudeln ungesund und extrem schlecht verdaulich

Alfred Domke
Instant-Nudeln sehr schwer verdaulich
Japanische Instant-Nudeln, auch Ramen genannt, sind auch in Deutschland ein absoluter Trend.  Offenbar sind die Nudeln allerdings alles andere als gesund, wie ein Ärzteteam um Mediziner Braden Kuo vom Massachusetts General Hospital in einer Untersuchung feststellte.  Die Ramen belasten laut der Wissenschaftler den menschlichen Organismus stärker, als bislang angenommen. In einem Resümee hieß es: „die Nudeln sind eine „regelrechte Gefahr“ für die Gesundheit.“32

Im Rahmen einer Versuchsreihe verabreichte der Arzt Braden Kuo vom Massachusetts General Hospital einem Probanden Ramen-Nudeln. Zusätzlich schluckte die Testperson eine kleine Minisonde, die den Verdauungsprozess dokumentierte. Im zweiten Versuchslauf aß die Person frisch zubereitete Pasta-Nudeln. Wieder wurde die Kamera mit auf die Verdauungsreise geschickt.

„Zwar ist das Experiment keine Studie nach wissenschaftlichen Maßstäben, dennoch aber in seiner Aussage relevant“, betont Studienleiter Kuo. Denn die Aufnahmen zeigten, dass der Verzehr im Vergleich „besorgniserregend“ sei. Es zeigte sich, dass „stark verarbeiteten Lebensmittel“, die mit vielen chemischen Zusatzstoffen verarbeitet wurden, in seiner Auswirkung potenziell gesundheitlich schädlich sind. Zu diesen gehören zum Beispiel das Antioxidationsmittel E319 oder Glutamat, das in vielen Instant Lebensmitteln enthalten ist.

Schwer verdaulich: Instant Nudeln auch Ramen genannt. Bild: adrian_am13 – fotolia

Im Video konnten große Unterschiede in der Verdauung beobachtet werden. Nach ein- bis zwei Stunden waren die Instantnudeln bedeutend weniger verarbeitet, als die frischen Pasta-Nudeln. „Wir konnten beobachten, wie der Magen sich immer wieder zusammenzieht, um die Nudeln zu verdauen“, berichtet Kuo. Die Pasta-Nudeln waren sehr schnell verdaut und machte dem Magen keinerlei Probleme.

Eine durchaus wissenschaftliche Studie wies bereits im Jahre 2014 auf die gesundheitlichen Folgen des häufigen Verzehrs von Instant-Nudeln hin.Die Studie der US-amerikanischen Gesellschaft für Ernährung kam zu dem Ergebnis, dass der Konsum von solchen Fertignudeln vor allem für Frauen gefährlich werden kann. Wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Journal of Nutrition“ berichten, birgt der häufige Verzehr solcher Mahlzeiten die Gefahr, am sogenannten metabolischen Syndrom zu erkranken.

Die Wissenschaftler untersuchten für die Studie die Essgewohnheiten von mehr als 10.700 südkoreanischen Männern und Frauen zwischen 19 und 64 Jahren. Von den Probanden ernährte sich ein Teil bevorzugt von Reis, Fisch, Gemüse und Obst. Der andere Teil hingegen hauptsächlich von Fleisch, Frittiertem und Fast Food, unter anderem von Instant-Nudeln. Neu für die Wissenschaftler war dabei, dass es einen Zusammenhang zischen dem Verzehr solcher Mahlzeiten und Herzerkrankungen gibt. So hatten Frauen, die sich mehr als zweimal die Woche von Fertiggerichten mit Instant-Nudeln ernährten, eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, am metabolischen Syndrom zu erkranken. Ihr Risiko stieg um 70 Prozent.

Das „tödliche Quartett“
Das metabolische Syndrom, das auch als „tödliches Quartett“ bezeichnet wird, ist charakterisiert durch abdominelle Fettleibigkeit (Adipositas), Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte und eine Insulinresistenz, die die Hauptursache für Diabetes Typ 2 ist. Diese Faktoren wiederum können Krankheiten wie Arteriosklerose (Arterienverkalkung), koronare Herzkrankheit oder Herzinfarkt begünstigen. Selbst bei den jungen schlankeren Frauen, die viel Sport trieben, wurde von den Forschern dem Magazin „livescience“ zufolge die Verbindung zwischen dem Verzehr von Instant-Nudeln und dem Risiko für metabolisches Syndrom hergestellt.

Hoher Anteil an gesättigten Fettsäuren und Natrium
Von dem Team um Hyun Shin von der Harvard School of Public Health in Boston wird unter anderem ein hoher Anteil an gesättigten Fettsäuren und Natrium dafür verantwortlich gemacht. Zudem enthalten die Nudeln sehr viele Kalorien und einfache Kohlenhydrate. Der Grund dafür, warum dieser Zusammenhang bei Männern nicht besteht, scheint nicht eindeutig geklärt. Die Forscher gehen von unterschiedlichen Dispositionen der Geschlechter aus, was etwa die Sexualhormone und den Stoffwechsel betrifft. (ad) 

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