Infarkt: Apple Watch rettete Patienten offenbar das Leben

Ein Kanadier verdankt einer Apple Watch sein Leben. Der 62-Jährige erkannte dank der Pulsmessfunktion einen Herzinfarkt. (Bild: one photo/fotolia.com)
Alfred Domke
Apple Watch rettete kanadischem Mann das Leben
Die Digitalisierung, die die modernere Welt mit sich bringt, wird häufig kritisch gesehen. Dass sie auch mit enormen Vorteilen für jeden Einzelnen einhergehen kann, zeigt ein Fall aus Kanada. Ein älterer Mann überlebte dort einen Herzinfarkt, weil er anhand von ungewöhnlichen Pulswerten, die seine Apple Watch anzeigte, bemerkte, dass etwas nicht in Ordnung war.

Apple Watch zeigte außergewöhnlich hohen Puls
Der immer intensiver ausfallende Trend der digitalen Selbstüberwachung wird von vielen Menschen sehr kritisch gesehen. Doch die verschiedenen Apps und Gadgets bringen auch große Vorteile mit sich. Einer, der davon besonders profitierte, ist Dennis Anselmo, ein 62-jähriger Bauunternehmer aus Kanada. Der Mann aus Alberta erkannte durch die Pulsmessfunktion seiner Apple Watch, dass seine Herzfrequenz außergewöhnlich hoch war. Er verständigte sofort den Notruf. Im Krankenhaus wurde ein Herzinfarkt diagnostiziert, dem womöglich schnell ein weiterer gefolgt wäre. Der Hinweis des kleinen Geräts am Handgelenk rettete Anselmo das Leben.

Ein Kanadier verdankt einer Apple Watch sein Leben. Der 62-Jährige erkannte dank der Pulsmessfunktion einen Herzinfarkt. (Bild: one photo/fotolia.com)
Ein Kanadier verdankt einer Apple Watch sein Leben. Der 62-Jährige erkannte dank der Pulsmessfunktion einen Herzinfarkt. (Bild: one photo/fotolia.com)

Wie man einen Herzinfarkt erkennt
Die Gefahr an einem Herzinfarkt zu sterben, ist unter anderem deshalb so hoch, weil oft zu viel Zeit bis zur Alarmierung des Rettungswagens beziehungsweise Notarztes vergeht. Gesundheitsexperten weisen daher immer wieder darauf hin, wie wichtig es ist, einen Herzinfarkt zu erkennen. Anzeichen, die darauf hindeuten, sind unter anderem Brustschmerzen in der Brustmitte rund um das Brustbein, die in den Oberkörper ausstrahlen. Patienten haben begleitend oft Schweißausbrüche, Oberbauchschmerzen sowie Schweißausbrüche und leiden an Übelkeit und Erbrechen. Die Annahme, dass die Schmerzen bei einem Herzinfarkt immer in den linken Arm ausstrahlen, sei Medizinern zufolge falsch.

Patient vermutete zunächst eine Grippe
Auch bei Dennis Anselmo aus Alberta zeigten sich keine schweren Symptome. Als er im vergangenen August Arbeiten im Garten verrichten wollte, stellten sich plötzlich Übelkeit und Unwohlsein ein. Gegenüber dem kanadischen Radiosender CBC sagte er: „Ich fühlte mich irgendwie komisch. Mir war kalt und heiß zur selben Zeit. Ich habe gezittert.“ Der 62-Jährige hielt die Beschwerden für Anzeichen einer Grippe. Doch als er auf seine Apple Watch schaute, bemerkte er, dass sein Puls bei 210 Schlägen pro Minute lag. „Mein normaler Puls ist 49 bis 55 Schläge pro Minute“, so Anselmo. Im Krankenwagen bestimmten die medizinischen Geräte den Puls mit 207. In der Klinik wurde ein Herzinfarkt diagnostiziert.

Uhr zum richtigen Zeitpunkt gekauft
Wie ihm die Ärzte mitteilten, war es wahrscheinlich, dass wenige Stunden später ein zweiter, tödlicher Herzinfarkt gefolgt wäre. Den Angaben zufolge war die Herzarterie bereits zu 70 Prozent blockiert. Dem Patienten wurde umgehend ein Stent eingesetzt. Die Smartwatch, die sich der Uhrensammler erst kurz zuvor gekauft hatte, hat also offenbar sein Leben gerettet. „Ich kaufte die Uhr zwei Wochen vor dem Herzinfarkt, es war zur richtigen Zeit“, so der Kanadier. Die Geschichte wurde erst publik, als Anselmo bei einem Armbandwechsel mit einem Apple Store Mitarbeiter darüber sprach, woraufhin sich einige Medien bei ihm meldeten.

Eine Smartwatch ist kein medizinisches Gerät
Trotz der lebensrettenden Funktion, die die Uhr für den Kanadier erfüllte, sollte darauf hingewiesen werden, nicht blind auf solche Geräte oder Programme zu vertrauen. Im Zweifelsfall muss immer ein Arzt aufgesucht oder ein Rettungswagen alarmiert werden. Gesundheitsexperten warnen vor Selbstdiagnosen aufgrund von Daten, die durch Gadgets gewonnen werden. Je nach Modell und Träger können nämlich sehr unterschiedliche Werte gemessen werden. Richtig angewandt können sie aber nichtsdestotrotz einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung leisten. Daher wird der Kauf von Apple Watch und Co auch von verschiedenen Krankenkassen finanziell unterstützt. (ad)

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