Infektionen vorbeugen: Beim Händewaschen zweimal Happy Birthday summen

Alfred Domke
Zum richtigen Händewaschen zweimal Happy Birthday summen
Händewaschen gilt als die wichtigste Hygiene-Regel überhaupt. Man kann dadurch das Risiko für verschiedenste Erkrankungen deutlich verringern. Dafür muss es jedoch richtig und lange genug erfolgen. Helfen kann dabei ein Geburtstagslied.

Gründliches Händewaschen senkt Anzahl der Keime enorm
Schon die Kleinsten lernen, dass man sich vor dem Essen und nach dem Toilettengang die Hände waschen soll. Denn: „Wenn Sie sich regelmäßig gründlich die Hände waschen, schützen Sie sich und andere vor vielen Krankheitserregern. Denn gründliches Händewaschen senkt die Anzahl der Keime an den Händen auf bis zu ein Tausendstel“, schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf der Internetseite „infektionsschutz.de“. Allerdings ist beim Händewaschen einiges zu beachten.

Händewaschen kann vor zahlreichen Infektionskrankheiten schützen. Dafür muss es allerdings richtig und lange genug erfolgen. (Bild: Alexander Raths/fotolia.com)

Kontakt mit Krankheitserregern lässt sich nicht vermeiden
Im Alltagsleben lässt sich der Kontakt mit Keimen nie ganz vermeiden. Beim Händeschütteln oder Berühren von Gegenständen oder Haustieren bleiben Erreger an den Händen haften, die dann später, beispielsweise beim Reiben der Augen, über die Schleimhäute in den Körper eindringen.

„Bis zu 80 Prozent aller ansteckenden Krankheiten werden über die Hände übertragen. Dazu gehören beispielsweise Erkrankungen wie Erkältungen, die Grippe oder ansteckende Magen-Darm-Infektionen“, berichtet die BZgA.

Mehr zum Thema:

„Händewaschen ist eine einfache und wirksame Maßnahme, die vor einer Ansteckung schützen kann“, schreiben die Experten weiter.

In einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa erläutert Andrea Rückle von der BZgA anlässlich des Welt-Handhygienetages am 5. Mai wichtiges zum Thema.

Wann man sich die Hände waschen sollte
Bei der Frage, wann man sich die Hände waschen sollte, hilft es sich zu vergegenwärtigen, wo im Alltag Keime vorkommen.

Beispielsweise beim Grillen: Da nimmt man die Bakterien, die sich auf rohem Geflügelfleisch befinden, über die fertige Bratwurst auf, wenn man sich nicht zwischendurch die Hände wäscht.

Das kann schnell zu Durchfall führen. Auch bei anderen rohen Lebensmitteln ist entsprechende Hygiene besonders wichtig.

Des Weiteren sollten die Hände auch nach dem Toilettengang, beim Nachhausekommen, vor dem Essen, nach dem Müllrausbringen und nach dem Kontakt mit einem Tier gesäubert werden.

Zweimal das Lied Happy Birthday summen
Zwar ist das Händewaschen ohne Seife nicht sinnlos, da man auch mit reinem Wasser Schmutz und einige Erreger abspült.

Doch effektiver ist es, sich einzuseifen: die Handinnenseiten, Handrücken, Fingerzwischenräume, Fingernägel und Daumen, die häufig vergessen werden Die Wassertemperatur spielt dabei keine Rolle.

In der Regel dauert gründliches Händewaschen 20 bis 30 Sekunden. Hier kann ein Lied behilflich sein. Das Kinderhilfswerk Unicef hatte einst Kindern empfohlen, zweimal Happy Birthday beim Händewaschen zu summen.

Dies sei die optimale Dauer, um die meisten gefährlichen Bakterien und Viren zu entfernen. Der Rat für Kinder ist auch für Erwachsene nicht verkehrt.

Nach dem Einseifen werden die Hände unter fließendem Wasser abgespült und abgetrocknet.

Mehr Seife entfernt mehr Bakterien
Wie Rückle in der dpa-Meldung erklärt, sind Flüssigseifen vor allem auf öffentlichen Toiletten hygienischer als Seifenstücke, auf denen sich manchmal ein dünner Bakterienfilm bilden kann.

„Am wichtigsten ist es jedoch, überhaupt Seife zu benutzen“, so die Expertin. Diese muss jedoch keine antibakteriellen Zusätze enthalten. Die Menge hingegen spielt eine wichtige Rolle: So haben Studien gezeigt, dass mehr Seife auch mehr Bakterien entfernt.

Wichtig ist auch das richtige Abtrocknen der Hände, da sich Mikroorganismen in einer feuchten Umgebung leichter vermehren.

Zu Hause sollte am besten jeder ein eigenes Handtuch benutzen, das regelmäßig gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen wird. In öffentlichen Toiletten sind Einmalhandtücher ideal.

Was aber tun, wenn es keine Möglichkeit zum Händewaschen gibt, etwa nach dem Anfassen eines Tiers im Streichelzoo? Rückle rät in solchen Situationen, sich möglichst nicht ins Gesicht zu fassen oder Speisen zu berühren. Dann gelangen die Erreger auch nicht in den Körper.

Reinigungstücher können dabei helfen, die Zeit bis zum nächsten Händewaschen zu überbrücken. (ad)