Infektionsrisiko: Was ist bei einem Zeckenbiss unbedingt zu beachten?

Bei frühsommerlichen Temperaturen werden Zecken besonders angriffslusitg. Daher kommt es jetzt auf den richtigen Schutz an. (Bild: stockWERK/fotolia.com)
Nina Reese
Im Frühling startet wieder die Zecken-Saison
Sobald die Temperaturen steigen, werden auch Zecken wieder aktiver. Die kleinen Tierchen lauern überall in der Natur und warten auf einen geeigneten Wirt. Wer in den entsprechenden Gebieten nicht ausreichend durch lange Kleidung geschützt ist, kann daher schnell von den Blutsaugern gebissen werden. Das birgt Gefahren, denn durch den Biss können Krankheiten wie Borreliose übertragen werden. Dementsprechend wichtig ist es, sich zu schützen und bei einem Zeckenbiss sofort zu reagieren.

Die Blutsauger warten in hohem Gras und unter Laub
Wenn es im Frühling langsam wärmer wird, beginnt die Hochsaison der Zecken. Denn je wärmer es ist, desto aktiver werden die kleinen Blutsauger und machen sich ab einer Temperatur von etwa acht Grad Celsius auf die Suche nach einem geeigneten Wirt. Anders als häufig angenommen, lassen sich die Tierchen dabei jedoch nicht von Bäumen fallen. Stattdessen halten sie sich vor allem in Wäldern, hohem Gras, Gebüsch oder feuchtem Laub auf und klettern von unten auf Tiere bzw. Menschen oder werden abgestreift. Anschließend suchen sie sich eine leicht zugängliche Stelle am Körper und bohren ihren Stechrüssel in die Haut des Opfers.

Bei frühsommerlichen Temperaturen werden Zecken besonders angriffslusitg. Daher kommt es jetzt auf den richtigen Schutz an. (Bild: stockWERK/fotolia.com)
Bei frühsommerlichen Temperaturen werden Zecken besonders angriffslusitg. Daher kommt es jetzt auf den richtigen Schutz an. (Bild: stockWERK/fotolia.com)

Nach dem Spaziergang am besten gleich gründlich absuchen
Wer in kurzen Klamotten in der Natur unterwegs ist, läuft dementsprechend Gefahr, dass er von einem Blutsauger Zecke „gebissen“ wird und sollte daher unbedingt notwendige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Denn Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen, wenn sie nicht so schnell wie möglich entfernt werden. Dementsprechend sollte unbedingt Vorsicht walten und kein Risiko eingegangen werden. „Ich rate, nach jedem Spaziergang den Körper abzusuchen – vor allem an warmen Stellen gefällt es Zecken besonders gut“, erklärt Dr. Rainer Mainka im Gespräch mit der „Augsburger Allgemeinen“. Minka ist der Leiter des Gesundheitsamts im Landkreis Donau-Ries, welcher nach wie vor als Risikogebiet für Zecken gilt. Besonders sorgfältig sollte man dabei Hautfalten wie Kniekehlen, Achselhöhlen, Leisten- und Genitalbereich überprüfen, gleiches gilt für den Hals und Kopf.

Zecke vorsichtig mit spezieller Zange heraus ziehen
Wird ein Zeckenbiss entdeckt, ist schnelles Handeln erforderlich. Denn je länger eine Zecke Zeit zum Blut saugen hat, desto größer wird die Gefahr, dass sie dabei Krankheitserreger überträgt. Das Tier sollte also so schnell wie möglich entfernt werden, wobei am besten eine Zeckenzange, -schlinge oder -karte verwendet wird. Um mögliche Erreger nicht heraus zu drücken, ist es wichtig, dass der Zeckenkörper nicht gequetscht oder verletzt wird. „Am besten legt man das entfernte Tier auf ein weißes Papier und überprüft, ob die komplette Zecke samt Kopf entfernt wurde“, so der Rat des Amtsarztes Mainka.

Einstichstelle weiterhin beobachten
Nach der Entfernung sei es dem Experten zufolge ratsam, die Einstichstelle noch einige Tage zu beobachten, denn häufig werde eine Entzündung erst später erkennbar. Bildet sich eine langsam ausbreitende Rötung („Wanderröte“) sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Denn in diesem Fall besteht das Risiko einer so genannten „Lyme-Borreliose“, welche die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit in Europa darstellt. Die Erkrankung kann mit Antibiotika behandelt werden. Bleibt eine Therapie aus, drohen hingegen im Ernstfall z.B. Nervenlähmungen, Gelenk- oder Herzmuskelentzündungen.

Neben dem kann durch einen Zeckenbiss die so genannte „Frühsommer-Meningo-Enzephalitis“ (FSME) verursacht werden. Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute, die durch Viren hervorgerufenen und durch die kleinen Blutsauger auf den Menschen übertragen wird. Gegen diese Erkrankung gebe es laut Mainka jedoch eine Impfung, wobei die Kosten meist von den Kassen übernommen würden. Gegen Borreliose kann man sich hingegen nicht impfen lassen, daher hilft hier tatsächlich nur ein ausreichender Schutz sowie das gründliche Absuchen nach dem Aufenthalt in der Natur. „Wir sollten aufpassen und achtsam sein, wenn es um Zecken geht. Es besteht jedoch kein Grund zur Panik“, betont der Experte. Demnach habe es im Risikogebiet des Landkreises Donau-Ries zuletzt 2012 einen Fall von FSME gegeben, 47 Personen erkrankten im vergangenen Jahr an Borreliose.

Ätherische Öle zur natürlichen Abwehr
Wer sich für einen Ausflug in die Natur zusätzlich wappnen möchte, kann neben der entsprechenden Kleidung auch natürliche Abwehrmittel einsetzen, welche in Form von Sprays oder Lotionen im Bioladen erhältlich sind. Diese enthalten z.B. ätherische Öle aus Anis, Lavendel, Rosmarin oder Citronella, die für die kleinen Tierchen äußerst unangenehm sind und sie daher gut auf Abstand halten können. Um hier einen wirksamen Schutz zu erreichen, müssen die Produkte allerdings jede Stunde erneut aufgetragen werden. (nr)

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