Infektionswelle durch neue Norovirus-Variante

Fabian Peters

Neue Variante der Brechdurchfall-Erreger verursachen Anstieg der Norovirus-Infektionen

07.01.2013

Weltweit zeigten die Überwachungssysteme einen Anstieg der Norovirus-Aktivität Ende 2012, so die aktuelle Mitteilung im EU-Wissenschaftsmagazin „Eurosurveillance“ unter Bezug auf die Daten des „NoroNet“-Netzwerks. Die Zunahme der Norovirus-Infektionen gehe dabei im wesentlichen auf „die Entstehung eines neuen Norovirus-Genotyp II.4“ zurück, der als „Sydney 2012“ bezeichnet wird. Die nationalen Gesundheitsbehörden seien aufgefordert, sich auf eine besonders schwere Norovirus-Saison vorzubereiten.

In Großbritannien, den Niederlanden und Japan zeigten die „epidemiologischen und Labor-Überwachungssysteme Ende 2012 eine erhöhte Norovirus-Aktivität im Vergleich zu den vergangenen Jahren“, berichtet das Wissenschaftsmagazin. Ebenso seien Steigerungen der Norovirus-Infektionen in Australien, Frankreich und Neuseeland festgestellt worden. Dabei ist eine neue Form der Brechdurchfall-Erreger mit Namen „Sydney 2012“ maßgeblich an dem Anstieg der Norovirus-Infektionen beteiligt, erläutern die Experten. Die mutierten Noroviren seien noch aggressiver als die bisherigen Varianten und könnten eine besonders schwere Norovirus-Saison bedingen. Aufgrund der veränderten Eigenschaften des Erregers, gehen die Experten davon aus, dass weniger Menschen gegen die „Sydney 2012“-Noroviren immun sind als gegen bisherige Norovirusvarianten.

Besonders schwere Norovirus-Saison erwartet
„Die ersten molekularen Daten der internationalen molekularen Überwachungsdatenbank NoroNet aus Australien, Frankreich, Neuseeland und Japan zeigen, dass der Anstieg der Norovirus-Infektionen „mit dem Auftreten einer neuen Variante des Genotyps II.4 (GII.4) verbunden ist“, berichtet „Eurosurveillance“. Als informelles Netzwerk von Wissenschaftlern der nationalen Gesundheitsbehörden und Universitäten sammelt und verbreitet „NoroNet“ sämtlich virologischen, epidemiologischen und molekularbiologischen Daten zum Norovirus. Den Experten zufolge wird für den Winter 2012/2013 eine besonders schwere Infektionswelle erwartet. Die Anzahl der vom Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldeten Erkrankungen für das Jahr 2012 von rund 100.000 Norovirus-Infektionen könnte dieses Jahr deutlich überschritten werden. Ohnehin haben sich Norovirus-Infektionen laut Angaben des RKI in den vergangenen Jahren „als häufigste Ursache epidemischer Gastroenteritis-Ausbrüche bestätigt.“ Norovirus-Infektionen betreffen alle Altersgruppen und sind vor allem in den Wintermonaten häufig Anlass für Gruppenerkrankungen mit zahlreichen Betroffenen in Gemeinschaftseinrichtungen wie beispielsweise Kindergärten, Schulen, Pflegeheimen und Krankenhäusern, so die Angaben des RKI.

Norovirus-Infektion Ursache für Brechdurchfall
Als typische Symptome einer Norovirus-Infektion gelten plötzlich einsetzender Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Auch Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen sind häufig Ausdruck der Norovirus-Infektion. Aufgrund des massiven Flüssigkeitsverlustes, der mit der Erkrankung verbunden ist, droht den Patienten eine Dehydratation (Flüssigkeitsmangel), die schlimmstenfalls lebensgefährliche Ausmaße annehmen kann. (fp)

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Bild: Gerd Altmann, Pixelio.de