Neues Informationsportal zu alternativen Krebs-Heilmethoden

Fabian Peters
Onlineportal soll über alternative Behandlungsansätze bei Krebs informieren
Bei Krebserkrankungen setzen viele Menschen ihre Hoffnung auf alternative Behandlungsmethoden. Die Liste der sogenannten komplementären oder unkonventionellen Heilmethoden ist lang, aber ebenso unübersichtlich, erläutert Dr. Markus Horneber, Oberarzt in der Onkologie im Klinikum Nürnberg. Hier soll eine neue Internetseite künftig „in verständlicher Weise einen Überblick zum Thema Komplementärmedizin in der Onkologie, Informationen zu konkreten Verfahren und Substanzen sowie Hinweise auf weitere Unterstützungs- und Informationsmöglichkeiten“ bereitstellen, berichtet das Kompetenznetzwerk Komplementärmedizin in der Onkologie (KOKON). Spätestens bis Ende Sommer soll die Onlineplattform fertiggestellt werden.

Ob Mistel oder grüner Tee, hochdosierte Vitaminpräparate, Ernährungsempfehlungen, Sport, Meditation oder andere alternative Behandlungsansätze, das Angebot ist selbst für Mediziner nur schwer überschaubar und eine fundierte Bewertung daher kaum möglich. Das Informationsbedürfnis sei hier enorm hoch, auch weil „die Menschen etwas zu ihrer Heilung beitragen“ wollen, berichtet Dr. Markus Horneber von seiner jahrelangen Beratungsarbeit in der Arbeitsgruppe „Biologische Krebstherapie“. Hier helfe eine auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende, ausführliche Beratung den Patienten bei der Auswahl geeigneter alternativer Behandlungsmethoden.

Mistel - Therapie
Die Mistel-Therapie zählt zu den bekanntesten alternativen Heilmethoden bei Krebs. Bild: PhotoSG/fotolia.com

Wie können alternative Heilmethoden bei Krebs helfen?
Zwar ist laut Aussage des Experten bei einer Krebserkrankung die konventionelle Therapie mit erprobten Medikamenten zunächst unerlässlich, doch lasse sich darüber hinaus besprechen, wie zum Beispiel ein Mistel-Extrakt beziehungsweise die Misteltherapie zusätzlich helfen kann. Um unerwünschte Nebenwirkungen und Gefährdungen des Therapieverlaufs zu vermeiden, sollten die Krebspatienten alternative Behandlungen jedoch in jedem Fall mit ihrem Arzt absprechen. Letzter muss allerdings auch entsprechend über mögliche komplementär-medizinische Ansätze informiert sein, um hier eine fundierte medizinische Bewertungen abliefern zu können. Mit dem erarbeiteten Informations- und Kommunikationskonzept wendet sich die neue Datenbank daher gezielt an unterschiedliche Zielgruppen. – einerseits an die Patienten, anderseits an Ärzte und medizinisches Fachpersonal

Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt
In dem KOKON-Netzwerk haben sich unter der Leitung der Onkologie des Klinikums Nürnberg dreizehn Institutionen – wie zum Beispiel die Charité Berlin, die Universitätskliniken Hamburg Eppendorf, München und Rostock, die Medizinische Hochschule Hannover sowie die Universitäten Frankfurt und Greifswald – zusammengeschlossen. Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Krebshilfe. Die Entwicklung der Onlineplattform mit Informationen zu alternativen Behandlungsmethoden bildet dabei einen Schwerpunkt des Projektes. (fp)