Insulin-Reaktor für Diabetes-Patienten

Alfred Domke

Zellreaktor versorgt Diabetiker mit Insulin

12.01.2014

Für Diabetiker könnte es künftig möglich werden, ihren Insulin-Mangel mit einem neuartigen Zellreaktor zu beheben. Dresdner Mediziner setzten einem Diabetes-Patienten eine Dose mit Insulin produzierenden Spenderzellen ein.

Mangel an Insulin beheben
Hunderttausende Diabetiker müssen oft schon ab frühester Kindheit mit ihrer Erkrankung klarkommen. Für sie heißt dies, regelmäßig den Blutzuckerspiegel zu messen und sich das Hormon Insulin zu spritzen. Doch künftig könnte ein neuartiger Zellreaktor Patienten mit Typ-1-Diabetes helfen, ihren Mangel an blutzuckersenkenden Insulin zu beheben, wie die „Apotheken Umschau“ (1/2014 A) berichtet.

Zellen vor Immunsystem geschützt
Einem Patienten wurde von Medizinern des Universitätsklinikums Dresden eine Dose eingesetzt, die Insulin produzierende Spenderzellen enthält. Besonders daran sei, dass die Zellen in diesem Reaktor vor dem Immunsystem des Patienten geschützt seien. Dadurch werde eine Abstoßung verhindert.

Rund 300.000 Deutsche mit Typ-1-Diabetes
Angeborener Diabetes (Typ 1) ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem durch eine Entzündungsreaktion (Insulitis) die Insulin produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse angreift und zerstört. In der Folge entsteht zunehmend Insulinmangel, der zu einem Substratmangel in den Zellen, zum Anstieg des Blutzuckerspiegels, zur Übersäuerung des Blutes, zum Wasser- und Nährstoffverlust sowie zur raschen Gewichtsabnahme führt. Erhält der Betroffene keine Behandlung, kann sich ein lebensgefährliches Krankheitsbild entwickeln, das ketoazidotische Koma. Als Ursache der Erkrankung wird die Beteiligung vieler Faktoren diskutiert, die zu einem genetisch zum anderen durch Umweltfaktoren bedingt sind. Derzeit leiden etwa 300.000 Deutsche an Typ-1-Diabetes. (ad)

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Bild: Michael Horn / pixelio.de