Intelligenz: Krähen lösen abstrakte Aufgaben

Heilpraxisnet

Krähen sind hinsichtlich ihrer Intelligenz mit Affen und Menschen auf Augenhöhe

24.12.2014

Jüngst durchgeführte Tests mit Krähen haben unter Wissenschaftlern zu großem Staunen geführt. So war es ihnen möglich, Symbole nach Kategorien und nicht nach exakter Übereinstimmung zu ordnen; und das ohne vorheriges Training. Das beweist, dass die Vögel nicht nur auswendig lernen können, sondern auch in der Lage sind, soeben erworbenes Wissen auch direkt praktisch anzuwenden. Eine Leistung, die in der Fauna bislang nur bei Affen und Menschen beobachtet werden konnte. Das berichteten kürzlich Wissenschaftler um Anna Smirnova von der Moskauer Lomonossow-Univerität und Edward Wasserman von der Universität Iowa im Fachjournal Current Biology (Bd. 25, S. 11 663, 2014). Bei ihren Testreihen waren die Vögel in der Lage, "abstrakte Symbole anderen Symbolen zuzuordnen, die nicht exakt identisch, sondern nur nach Kategorien ähnlich waren."

Bei den Untersuchungen mussten die Tiere zunächst Karten mit bestimmten Symbolen anderen Karten mit identischen Symbolen, z.B. eine Karte mit einem Kreis einer anderen Karte mit einem Kreis zuordnen. Ein Kinderspiel für die Krähen, die die Aufgabe ohne jegliches vorheriges Training bewältigten. Dann wurde die Schwierigkeit erhöhte, indem man ihnen Karten etwa mit zwei Kreisen zeigte und sie diese dann z.B. einer Karte mit zwei Quadraten zuordnen mussten. Dabei wurden nicht nur die Formen, sondern auch die Farben variiert. Auch diese Aufgabe lösten die Vögel binnen kürzester Zeit, ebenfalls ohne jegliches Training.

Diese Fähigkeit der Krähen ist es, die die Forscher so in Entzückung versetzt, denn ein erweitertes System von Gleichheit und Entsprechung zu verstehen, erfordere eine enorme kognitive Leistung, wie sie bislang nur von Menschen und großen Affen bekannt war: „… diese Leistung kennen wir nur von Menschen und Affen, aber hier haben wir es mit einem Vogel zu tun", schwärmt Wassermann von der geistigen Transferleistung der Krähen. Dabei vergleichen die Forscher das Gehirn der Krähen unter Vögeln mit dem der Primaten unter den Säugern. Die eigentliche Leistung sehen die Forscher jedoch nicht darin, das die Vögel diese Fähigkeiten beherrschen, sondern darin, wie schnell sie diese erlernen würden: „Das ist die eigentliche Krux der Tests“, so Wassermann. „ Ehrlich gesagt wäre es schon eine beachtliche Leistung gewesen, wenn diese Fähigkeiten der Krähen ausschließlich durch externes Training erworben worden wären. Doch sie waren spontan.“ Wassermann weiter: "Seit Jahrzehnten dachte man, solche Fähigkeiten seien auf den Menschen und einige große Affenarten beschränkt. Die scheinbare Spontanität dieser Leistung macht sie umso bemerkenswerter." (jp)

Bild: M. Großmann / pixelio.de