Intensivstation: Patient erliegt nach Stromausfall

Heilpraxisnet

Tragischer Tod in Klinik -Patient verstirbt nach Stromausfall

31.10.2013

In Schwerin ist es auf der Intensivstation einer Helios Klinik zum einem tragischen Tod gekommen. Ein 29-jähriger Mann war vor etwa zehn Tagen mit lebensbedrohlichen Kopfverletzungen in das Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem er bei der Arbeit verunglückt ist. Als die Stromversorgung der Klinik zusammenbrach, sprang das Notstromaggregat zwar an, jedoch versagte aus bis jetzt noch ungeklärten Gründen die Stromweiterleitung auf die Intensivstation, teilte der Klinik-Sprecher Christian Becker mit.

Ein Ausfall der Stromversorgung stellt für den Krankenhausbetrieb eine besonders kritische Störung dar, da gerade auf Intensivstationen oder in Operationssälen Patienten auf lebenserhaltende technische Systeme angewiesen sind.

Normalerweise gibt es für solch ein Horrorszenario ein Notfallplan, bei dem sich die Dieselmotoren innerhalb von 15 Sekunden einschalten und alle Bereiche automatisch mit Strom weiter versorgen. Jedes Krankenhaus soll über den Notbetrieb alle essentiellen Systeme in einen Zeitraum von 24 Stunden aufrechterhalten können.

In diesem Fall aber funktionierten die lebenswichtigen Geräte nicht mehr und als sich das Beatmungsgerät des Patienten abschaltete, hatte ein Arzt mittels einem akkubetriebenen Gerät eine manuelle Beatmungstechnik angewandt. Ebenso seinen 11 weitere Beatmungsgeräte ausgefallen und auch diese Patienten wurden kurzfristig mittels der sogenannten Beutelbeatmung versorgt. Keiner von ihnen hat durch den Ausfall gesundheitliche Schäden erlitten. Nur der Patient aus der Ukraine ist an den mit den Atemstillstand verbundenen Komplikationen verstorben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun ob ein Fremdverschulden vorliegt und untersucht, ob die Notstromaggregate korrekt funktionierten. “Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen", sagte Becker.

Nach Informationen des NDR konnten die Schweriner Stadtwerke die Ursache für den Stromausfall mittlerweile klären.Demnach soll im Zuge von Bauarbeiten in dem Ortsteil Lankow eine Starkstromleitung gekappt worden sein. Dies könnte zu Netzschwankungen geführt haben, die letztendlich das Steuerungsgerät der Klinik gestört haben.

Die Helios-Kliniken erklärten indes , dass ihre Notstromversorgung bisher fehlerlos funktionierte und monatlich überprüft werde. In den Operationssälen hatte es auch keinen Stromausfall gegeben, weil dort unterbrechungsfrei mit Batterien gearbeitet werde. Um gut gegen solche Ausfälle gerüstet zu sein, werden immer wieder Test unter Realbedingungen durchgeführt. Das Sozialministerium von Mecklenburg-Vorpommern fordert von der Helios-Klinik einen genauen Untersuchungsbericht. (fr)

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Bild: Michael Bührke / pixelio.de