Intervalltraining für Hobbysportler mit wenig Zeit

Astrid Goldmayer

Intervalltraining soll ähnliche Effekte auf Gesundheit haben wie Ausdauertraining

05.06.2013

Kurzes, heftiges Intervalltraining mit Pausen soll Angaben der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/BSA-Akademie in Saarbrücken zufolge einen ähnliche Wirkung auf die Gesundheit haben wie ein 30- bis 40-minütiger Ausdauerlauf. Das sogenannte High-Intensity-Intervall-Training (HITT) dürfte vor allem für Menschen mit wenig Zeit interessant sein.

Fit bleiben durch Intervalltraining
Für Berufstätige und andere Menschen mit wenig Zeit ist es häufig schwierig, Sport in ihren Alltag zu integrieren. Um dennoch fit zu bleiben, eignet sich das zeitsparende High-Intensity-Intervall-Training (HITT), bei dem sich kurze, heftige Belastungsphasen mit mehrmaligen Pausen abwechseln. „Beispielsweise wird für 30 Sekunden fast mit Sprinttempo gelaufen oder Rad gefahren, dann wird eine Pause von eineinhalb Minuten eingelegt, um dann wieder 30 Sekunden lang schnell zu laufen", erläuterte Harald Gärtner von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/BSA-Akademie in Saarbrücken gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. „Nach insgesamt sechsmal 30 Sekunden ist das Training auch schon vorbei.“

Der entscheidende Vorteil dieses Trainings ist neben der Zeitersparnis der positive Effekt auf die Gesundheit. Die kurzen aber heftigen Einheiten hätten eine ähnlich positive Wirkung wie ein 30- bis 40-minütiges Ausdauertraining, so Gärtner. „Dass diese Art des Trainings so lange vernachlässigt wurde, liegt daran, dass man annahm, es sei nur für Leistungssportler interessant.“ Mittlerweile seien jedoch einige Studien zu dem Thema durchgeführt worden, die belegten, dass Intervalltraining auch für Breitensportler gut geeignet sei. „Vor allem die Zeitersparnis gegenüber einem klassischen Ausdauertraining ist enorm: Zwei bis maximal drei kurze Einheiten HIIT die Woche genügen dabei", betonte Gärtner.

Der Experte rät Neulingen dazu, sich vor Beginn des Trainings von einem Arzt durchchecken zu lassen. „Wie bei jeder anderen Trainingsform empfiehlt sich dabei gerade für Einsteiger die Betreuung durch einen speziell für diese Trainingsform qualifizierten Trainer", so Gärtner.

Intervalltraining macht schlau
Kanadische Forscher stellten Ende letzten Jahres ihre Pilotstudie vor, in der sie untersuchten, wie sich regelmäßiges Training einerseits körperlich und andererseits auf die kognitiven Fähigkeiten auswirkt. Die sechs übergewichtigen und zuvor unsportlichen Probanden mussten dafür zweimal pro Woche eine intensives Intervalltraining absolvieren. Wie sich zeigte, verbesserte sich durch das Sportprogramm nicht nur die Ausdauer der Studienteilnehmer sondern auch ihre mentale Fitness. Während des Untersuchungszeitraumes von vier Monaten wurde unter anderem die Sauerstoffversorgung des Gehirns gemessen, die sich aufgrund der sportlichen Aktivität durch die erhöhte Durchblutung steigerte. Die Forscher schlussfolgerten, dass die verbesserte geistige Leistungsfähigkeit vor allem mit der erhöhten Sauerstoffversorgung zusammenhängt. Martin Juneau vom Montreal Heart Institute, einer der Autoren der Studie, wies daraufhin, dass sportlich aktive Menschen häufig berichten würden, dass sie sich nicht nur körperlich sondern auch geistig fit fühlten. Nun sei ein wissenschaftlicher Beweis dafür erbracht.

Vor allem Erwachsene im mittleren Alter können durch regelmäßige sportliche Aktivität dem altersbedingten Abbau ihrer kognitiven Leistungen vorbeugen oder diesen zumindest verlangsamen. Sport kann neben einer gesunden Ernährungsweise dazu beitragen, Durchblutungsstörungen im Gehirns zu verhindern und somit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren. (ag)

Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de