Inversionstherapie nach Autounfällen

Thorsten Fischer

Fasziendistorsionsmodell: Inversionstherapie nach Autounfällen

13.02.2011

Bei dem Internationalen Kurs des Fasziendistorsionsmodells in Tokio, Japan fand eine Fortsetzung der Vorstellung in der Inversionstherapie durch Marjorie Kasten P.T. statt. Der heutige Tag in Tokio stand ganz im Zeichen der Inversionstische und Invertracs, in die Marjorie Kasten die Teilnehmer einwies.

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Beim Invertrac werden die Patienten in der sitzenden Position kopfüber gedreht. Kasten empfiehlt diese Art der Inversion vor allem bei durch Autounfällen verursachten Beschwerden, die nach dem Fasziendistorsionsmodell (FDM) Faltdistorsionen genannt werden. Vor allem Rückenschmerzen im unteren Rücken lassen sich nach den Erfahrungen von Marjorie Kasten, die sich seit 1997 auf dem Gebiet der Inversionstherapie spezialisiert hat, gut behandeln. Denn die auslösende Kraft und Position auf den menschlichen Organismus, die bei einem Autounfall sitzend ist, muss zur Korrektur erneut aufgebracht werden. Kasten weist aber daraufhin, dass die Therapie sehr spezifisch angewandt werden muss. Dazu sollten FDM- Therapeuten in der Anamnese gründlich Fragen zum Hintergrund der zu Behandelnden stellen.

Das FDM kennt neben dem therapeutischen Nutzbarmachen der Dekompression auch die Behandlung unter zuhilfenahme von Kompression. So werden die Faltdistorsionen als dreidimensionale Verformung der Faszien in zwei Subtypen unterteilt: Einfaltdistorsionen und Entfaltdistorsionen.

Bei den Einfaltungen, die im Englischen als Re- Folding bezeichnet werden, sind laut Marjorie Kasten häufig stauchende Tätigkeiten auslösend. Dazu gehören neben dem Tragen von Baumstämmen, Dachziegeln oder Stahlträgern auf der Schulter, auch hartes Aufkommen am Boden bei Fallschirmspringern oder die Stöße beim Fahren von Schneemobilen oder Jetski. Kasten wies die Teilnehmer des Kurses, zu denen hauptsächlich japanische Sportphysiotherapeuten gehören, daraufhin, dass es in den meisten Fällen von Einfaltungen eindeutige festzustellende Ursachen gibt.

Zur Unterlegung der theoretischen Einheiten gab es vormittags Patientendemonstrationen durch Kasten, die die japanischen Teilnehmer sehr beeindruckten, da die Vielfalt an Körperberührung in Japan für die japanischen Therapeuten noch recht ungewohnt ist. Auch die Patienten entkleiden sich für die Behandlung nicht, sondern ausschließlich die zu behandelnden Körperstellen werden für die Behandlung freigemacht, indem die Kleidung weggeschoben wird.

Im Anschluss an die Demonstrationen führte Marjorie Kasten die Teilnehmer in die Einbein- Inversionstechniken ein. Gerade bei Beschwerden, die sich als hartnäckig erweisen, wie Faltdistorsionen an der Hüfte, Asymmetrien der Hüfte und des Beckens und therapieresistenten Beschwerden im unteren Rücken, kann die „One- legged Inversion“ hilfreich sein. Bei Kinderbehandlungen werden keine Hilfsmittel benötigt. Die Kinder werden an den Knöcheln gepackt und zwischen den Beinen des FDM- Therapeuten durch geschaukelt. Die Kinder fassen das Ganze eher als Spiel auf und nicht als Therapie.

Am Rande nutzten die Teilnehmer der europäischen Delegation auf dem Kurs die Gelegenheit, von Keisuke Tanaka, FDM O., auch einem direkten Schüler von Dr. Stephen Typaldos D.O. und Präsident der asiatischen FDM- Vereinigung FAA, einige Technikvariationen in der Behandlung von Faltdistorsionen am Unterschenkel und am unteren Rücken zu erlernen, die Tanaka einst direkt vom Begründer des FDM übernommen hat.

Im Anschluß wurden von Keisuke Tanaka, Kohei Iwata, dem Vize- Präsidenten der FAA und Marjorie Kasten an die Teilnehmer des Kurses die Zertifikate verteilt. Die beiden japanischen Offiziellen und die aus Tokio stammende FDM- Therapeutin Junko Yamada von Ochanomizu Osteopathy bedankten sich mit japanischen Souvernirs bei den ausländischen Gästen für ihren Besuch und sie und einige der Teilnehmer kündigten an, dass man sich im August 2011 auf dem Internationalen FDM Kongress in Wien wiedersehen wird. (tf)