Ist Bier wirklich gesund?

Heilpraxisnet

Macht Bier dick und hungrig?

22.09.2014

Über die gesundheitliche Wirkung von Bier gibt es verschiedene Meinungen. Beispielsweise ist warmes Bier ein altes Hausmittel gegen Erkältungen und soll beim Einschlafen helfen. Ein wissenschaftliches Nachweis fehlt jedoch.

Fakt ist, dass der Hopfen seit dem 8. Jahrhundert als Heilpflanze zählt. Die herbe Note in den Bieren stammt von der Kletterpflanze Hopfen. Diese ist übrigens mit den Hanfpflanzen verwand, erhöht die Haltbarkeit und ist für die Schaumkrone verantwortlich. Hopfen ist ein natürliches Beruhigungsmittel und wirkt antibakteriell. Mit Hopfen werden darüber hinaus Verletzungen und Geschwüre behandelt. Für die Verdauung kann Hopfen ebenfalls hilfreich sein, da die in der Pflanze erhältlichen Bitterstoffe die Produktion von Magensaft anregt.

Bier als Dickmacher?
Entgegen der geläufigen Meinung ist Bier kein Dickmacher. Im Vergleich zu Apfelsaft oder fettarmer Milch hat ein halber Liter Bier 40 Kilokalorien weniger als die genannten Getränke bei gleicher Menge.

Die Kalorien in dem Bier machen nicht satt und regen durch den Alkohol vielmehr den Appetit an. Zwei Maß Bier können mit einer einfachen Mahlzeit den Kalorienhaushalt erhöhen. Der Alkohol im Bier verursacht die Freisetzung von Glückshormonen im Gehirn. Die Endorphine aktivieren sogenannte Belohnungsareale im Gehirn. Je mehr Endorphine freigesetzt werden, umso mehr steigert sich das Glücksgefühl um Körper. Am deutlichsten ist dieses Gefühl bei Alkoholikern ausgeprägt. Mit steigenden Alkoholkonsum steigt das Rauschgefühl bei den Süchtigen.

Bier als Suchtstoff?
Laut der Landesstelle für Suchtfragen Baden-Württemberg sind 20 Gramm Alkohol pro Tag bei Frauen und 40 Gramm Alkohol pro Tag bei Männern gesundheitlich unbedenklich. Ein halber Liter Bier oder ein viertel Liter Wein entsprechen ca. 20 Gramm. Täglicher Alkoholkonsum sollte jedoch vermieden werden.

Wer durch zu viel Alkoholkonsum einen Kater vermeiden will, sollte speziell auf Weißbier verzichten. Laut einer Studie der Fachhochschule Münster, verursacht diese Biersorte einen größeren Kater als Pilsner oder Exportbier. Die sogenannten Fuselöle, die in obergärigen Bieren wie Weizen enthalten sind, sind dafür verantwortlich. Fuselöle werden im Körper als Giftstoffe abgebaut und vermindern die Herzleistung. Das kann zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff führen.

Falsche Lagerung führt zu Lichtgeschmack
Die Bierlagerung kann durch Wärme, Sauerstoff oder Lichteinwirkung geschädigt werden.
Die durch den Gärprozess im Bier enthaltenen Stoffe können sich auch noch nach dem Abfüllen verändern. Der Braumeister und Betreiber eines Biermuseums in Oelde, Georg Lechner, hält die Verpackung für entscheidend. Dosen bieten zwar den besten Schutz vor Lichteinfall, können sich aber darin zu schnell erwärmen. Plastikflaschen hingegen sind am Lichtdurchlässigsten und somit am wenigsten geeignet. Bei den beliebten Glasflaschen lassen die grünen mehr ultraviolette Strahlen durch als die braunen Flaschen. Der sogenannte Lichtgeschmack eine Folge und kann Bier ungenießbar machen. Die Bitterstoffe aus dem Hopfen wandeln sich in einen schwefelartigen Stoff, der das Fehlaroma verursacht. Bei Wein, Sekt oder Champagner spricht man vom Käseln. Der Lichtgeschmack kann durch die Zugabe von Vanadiumpentaxoid im Glas unterbunden werden. Damit wird auch Weißglas für die UV-Strahlung undurchlässig. (bn)

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