Ist die Giraffe Sophie krebserregend?

Sebastian

Giraffe Sophie: Hersteller wehrt sich gegen Darstellungen von Ökotest.

17.11.2011

Das beliebte Babyspielzeug „Sophie la Girafe“ ist bei einer Testung der Verbraucherzeitschrift „Ökotest“ mit der Note „ungenügend“ bewertet worden. Bei einer Überprüfung hatte Ökotest nach eigenen Angaben festgestellt, dass sich im Labor „erhebliche Mengen nitrosierbarer Stoffe aus dem Gummi“ lösten. Im Körper, so die Verbraucherzeitschrift, könnten sich „krebserregende Nitrosamine bilden“. Diese Stoffe könnten bei der Verarbeitung von Produkten mit Kautschuk entstehen. Nach Angaben der Tester könnte dies bereits bei der technischen Verarbeitung vermieden werden. Ein weiterer „krebs-verdächtige Verbindung sei Naphthalin“. In dem Gummi der Spielzeug-Giraffe hatte Öko-Test nach eigener Darstellung erhöhte Werte dieses Stoffes gefunden. Die Quietsche-Lautstärke der Giraffe Sophie sei aber „nach Norm in Ordnung“, wenn diese nicht ans Ohr gehalten wird.

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Der Hersteller Vulli bestreitet die Angaben von Ökotest. Der eigentliche Artikel der Zeitschrift Ökotest wurde in der Onlineausgabe bereits gelöscht, weil der französische Produzent die Darstellungen als nicht haltbare Behauptungen per Einstweiliger Verfügung beanstandete. Das Landgericht Berlin hatte die Auffassung des Klägers bestätigt, dass Ökotest nicht behaupten darf, das Produkt sei „nicht verkehrsfähig“. Aus diesem Grund stellte Ökotest nun eine gekürzte Darstellung des Artikels ins Internet. In einer Mitteilung wehrt sich das Unternehmen „Vulli“ gegen die Behauptung, „Sophie“ sei voller Giftstoffe. Vielmehr handel es sich um ein Naturprodukt, das sicher und ohne Risiken sei.

Das französische Magazin UFC-Que Choisir hatte nach Angaben von Vulli die Giraffe Sophie erst kürzlich getestet. Die Verbraucherzeitschrift habe in Frankreich einen ähnlichen Stellenwert wie Ökotest in Deutschland. Die Ergebnisse würden dem Unternehmen bereits vorliegen. „Insbesondere wurde in den dort durchgeführten Tests, ebenso wie in den von Vulli in Auftrag gegebenen Tests kein Naphtalin gefunden.“ wie es in der Verbrauchermitteilung des Unternehmens heißt. Ferner beanstandet Vulli, dass Ökotest nicht die beauftragten Test-Institute nennt und auch die Prüfberichte nicht zur Verfügung stehen. Daher zweifle man die „die Richtigkeit der Messergebnisse der durch Ökotest durchgeführten Tests an“. Vielmehr, betonte der Hersteller, erfülle das Babyprodukt die strengen Normen vieler Länder. So z.B. die Normen der USA, die Kanadas und ebenso die Normen der EU, die auch für Deutschland gelten. Aufgrund der Sachlage gebe es keine Rückrufaktion.

Die „Sophie la Girafe“ wird seit 1961 hergestellt und erfreut sich einer hohen Beliebtheit auf dem französischen und seit einigen Jahren auch auf dem deutschen Markt. Die quietschende Giraffe wird gern Eltern zur Neugeburt geschenkt und hat bei vielen Menschen einen besonders guten Ruf. Denn in der Werbung der Produzenten heißt es, dass Sophie aus Naturkautschuk besteht, nur mit Lebensmittelfarbe bemalt ist und die gleichen Eigenschaften eines Babyschnullers aufweist. (sb)