Japanisches Grippepräparat hilft gegen Ebola

Heilpraxisnet

Japanisches Grippepräparat hilft gegen Ebola

07.12.2014

Ein kubanischer Arzt, der sich in Sierra Leone bei seinem Einsatz mit Ebola infizierte, ist wieder geheilt. Über zwei Wochen lang war er in Genf mit Medikamenten behandelt worden. Zum einen mit ZMab aus Kanada und zum anderen mit dem Grippemedikament Favipiravir aus Japan.

Kubanischer Arzt vollständig genesen
Der 43-jährige kubanische Arzt Felix Baez, der sich in Sierra Leone mit dem tödlichen Ebola-Virus infizierte, ist wieder geheilt. Er war einer von insgesamt 256 kubanischen Ärzten und Pflegern, die nach Westafrika gekommen sind, um Ebola-Patienten zu versorgen. Nach der Infektion mit der gefährlichen Krankheit war Baez auf Bitten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach Genf gebracht worden. Den Angaben zufolge wurde er nun aus der Genfer Universitätsklinik als vollständig genesen entlassen und hat die Schweiz bereits verlassen und ist zu seiner Familie zurückgekehrt.

Experimentelle Behandlung in Genf
Der Patient hatte bei seinem 16-tägigen Klinikaufenthalt eine Behandlung mit dem in Kanada entwickelten experimentellen Medikament ZMab gegen die Infektionskrankheit erhalten. Es handelt sich dabei um einen Vorläufer der Arznei ZMapp, mit der mehrere Ebola-Patienten in den USA behandelt worden sind. „Bereits zwei Tage nach dem Beginn der Behandlung ging es ihm schon viel besser“, erklärte der Genfer Mediziner Jacques-André Romand laut Medienberichten. Dieses Medikament sei auch nach Rom geschickt worden, wo ein italienischer Arzt mit dem gefährlichen Virus kämpft.

Patient hat zusätzlich japanisches Grippemittel erhalten
Wie eine Sprecherin der Genfer Klinik ergänzte, habe Baez aber nicht nur ZMab erhalten, sondern auch das noch nicht getestete Grippemedikament Favipiravir, das von dem japanischen Unternehmen Fujifilm entwickelt worden ist. Diese Substanz wurde von der WHO auf die Liste der potenziellen Ebola-Medikamente gesetzt. Der Kubaner Baez war der erste Ebola-Fall in der Schweiz. Romand erklärte: „Die Genfer Bevölkerung war zu keinem Zeitpunkt irgendwelchem Risiko für die Übertragung der Krankheit ausgesetzt.“

Noch immer kein sicheres Heilmittel
Da es auch trotz intensiver Forschung noch immer kein sicheres Heilmittel oder einen zugelassenen Impfstoff gegen die Krankheit gibt, sind Mediziner immer wieder damit konfrontiert, experimentelle Medikamente zu testen. In der Regel bleibt den Ärzten jedoch meist nichts weiter übrig, als typische Ebola-Symptome wie Fieber, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen sowie innere und äußere Blutungen zu lindern. So auch in Sierra Leone wo sich Baez bei seinem Hilfseinsatz angesteckt hatte.

Ebola breitet sich weiter aus
Das Land ist besonders schwer von der aktuellen Seuche betroffen. So sind 108 von den 138 Ärzten und Pflegern, die sich in Sierra Leone mit Ebola infizierten, gestorben. Angaben der WHO zufolge ist diese Todesrate wesentlich höher als beim medizinischen Personal in den ebenfalls von Ebola betroffenen Nachbarländern Guinea und Liberia. In den drei am stärksten betroffenen Staaten Guinea, Liberia und Sierra Leone breitet sich Ebola unterdessen weiter aus. Wie die WHO am Freitagabend mitteilte, ist die Zahl der Toten inzwischen auf 6.187 gestiegen, 74 Todesfälle mehr, als noch am Tag zuvor gemeldet.

Experten gehen von hoher Dunkelziffer aus
Laut WHO sind in den drei westafrikanischen Ländern bislang insgesamt 17.517 Ebola-Infektionen erfasst worden, 261 mehr als noch einen Tag zuvor. Wie es heißt, sind die Meldedaten der drei Länder dabei stets jeweils zwei bis drei Tage alt. Allerdings gehen die Experten der WHO davon aus, dass es eine hohe Dunkelziffer bei den Infizierten und Todesopfern gibt. Doch in der Statistik werden bisweilen auch Infektions- und Todesfälle erfasst, bei denen zwar ein dringender Verdacht auf Ebola besteht, aber kein eindeutiger Nachweis vorliegt. Dies könnte sich möglicherweise künftig durch ein tragbares Labor ändern, dass die Virusinfektion in Blut und Speichel binnen einer Viertelstunde anzeigen kann. Der Schnelltest wird in Guinea geprüft werden. (ad)

Bild: FotoHiero / pixelio.de