Jeder zweite Patient zieht Facharzt der Klinik vor

Astrid Goldmayer

Fast jeder zweite Patient zieht lange Wartezeiten beim Facharzt einer Behandlung in einer Krankenhausambulanz vor

22.11.2013

In Deutschland müssen Patienten teilweise mehrere Wochen oder sogar Monate auf einen Termin beim Facharzt warten. Nach einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit zieht fast jeder zweite Patient den Besuch beim Facharzt der Behandlung in einer Krankenhausambulanz vor. Das teilt die Kasse im Hinblick auf eine Einigung in den derzeit stattfindenden Koalitionsverhandlungen von Union und SPD mit.

Frauen warten länger als Männer auf einen Termin beim Facharzt
Jeder zweite Patient würde sich in einer Klinik behandeln lassen statt lange Wartezeiten auf einen Facharzttermin in Kauf zu nehmen, so das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag der DAK. Im Rahmen der Koalitionsgespräche einigten sich Union und SPD jüngst darauf, dass sich Patienten, die länger als vier Wochen auf einen Termin beim Facharzt warten müssen, zukünftig auch in einer Klinik behandeln lassen dürfen. Bisher war das nicht möglich.

Laut Umfrage würden jedoch nur 47 Prozent der Befragten darauf zurückgreifen. Fast genauso viele (45 Prozent) Umfrageteilnehmer würden es vorziehen, auf den Facharzttermin zu warten. „Für Versicherte sind lange Wartezeiten auf einen Facharzttermin eine Belastung in Zeiten, die häufig von Ängsten, Verunsicherung und körperlichen Leiden geprägt sind“, berichtet Herbert Rebscher, Vorstandschef der DAK-Gesundheit.

Insgesamt kennen 28 Prozent der Befragten längere Wartezeiten. In Ostdeutschland liegt dieser Anteil sogar bei 39 Prozent. Ein deutlicher Unterschied zeigt sich auch zwischen den Geschlechtern. So warten 37 Prozent der Frauen häufig länger als vier Wochen auf einen Termin beim Facharzt, während nur 19 Prozent der Männer davon betroffen sind. Auch zwischen den Generationen kommt es zu Abweichungen: Bei den 18- bis 29-Jährigen muss laut Umfrage etwas mehr als ein Drittel längere Wartezeiten in Kauf nehmen, bei den Senioren ist es nur ein Viertel. (ag)

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