Jedes dritte Kind mag kein Gemüse

Sebastian

Fast jedes dritte Kind lehnt Gemüse ab und isst lieber „Fastfood“ wie Pommes oder Burger. Die Gründe liegen jedoch viel mehr an den Essgewohnheiten als vielmehr am Geschmack.

(15.08.2010) Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) lehnt jedes dritte Kind gesundes Gemüse ab. Die Gründe liegen allerdings bei den Eltern und viel weniger am Geschmack des Gemüses. „Fastfood“ und Fertigessen fördert Übergewicht und die daraus entstehenden Folgeerkrankungen. Der Geschmackssinn wird schon im frühen Kleinkind Alter manifestiert. Essen Kinder wenig Gemüse und viel mehr Fertigprodukte mit zusätzlichen künstlichen Geschmacksstoffen, so schmeckt das Gemüse für viele Kinder zumeist fad und langweilig. Deshalb ist es wichtig, Kinder schon von Klein auf an eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung zu gewöhnen. Das meint auch Sigrid Piotrowski, Ernährungsberaterin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.: "Es ist wichtig, Jungen wie Mädchen von klein auf an eine gesunde und vor allem abwechslungsreiche Ernährung heranzuführen. Denn Gewohnheiten aus der Kindheit halten meist ein Leben lang".

Doch Kinder sind beim Essen eher konservativ und weniger bereit neue Lebensmittel und Geschmacksrichtungen auszuprobieren. Was sie nicht kennen, das essen sie auch nicht, so die Erfahrung vieler Eltern. Ernährungsexperten und Pädagogen raten deshalb dazu, mit den Kindern gemeinsam einkaufen zu gehen, sie an der Essensauswahl zu beteiligen und beim Kochen mit einzubinden. So erlangen die Kinder einen positiven Zugang zur Herstellung und Zubereitung von Lebensmitteln. Wichtig ist, den Kindern dabei auch Zuständigkeiten und Verantwortung zu überlassen. Die meisten Kinder freuen sich, wenn sie mit einbezogen werden und erlangen dadurch einen anderes Bild von Ernährung. "Kinder fassen in der Küche gerne mit an. Das weckt Interesse und Lust an abwechslungsreicher Kost. Dann trauen sich die Kleinen auch eher mal Unbekanntes zu probieren", so die Ernährungsexpertin.

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Doch vielmals lässt das Vorleben der Eltern zu wünschen übrig. Im Alltag von zahlreichen Familien findet ein gemeinsames Essen und Zubereiten der Speisen kaum Raum. Das bestätigte auch die Studie der TK-Kasse. So fehlt in jedem fünften Haushalt unter der Woche zum gemeinsamen Essen zumeist die Zeit. In jeder vierten Familie isst jeder nach seinem eigenen Rhythmus. Jeder isst für sich allein und zumeist ungesunde Fertigprodukte. Gemeinsames Essen findet dort kaum statt.

Wie bereits viele Studien nachgewiesen haben, ist das gemeinsame Essen wichtig für die Ernährung und die soziale Struktur innerhalb der Familie. "Kinderernährung ist eine Erziehungsaufgabe. Eltern sollten ihren Kindern zeigen, dass gesundes Essen auch etwas mit Genuss zu tun hat und es nicht nur darum geht, satt zu werden", sagt die Ernährungsberaterin Piotrowski.

Zahlreiche Initiativen und Gesundheitszentren bieten Koch- und Ernährungskurse an. Dort können Eltern aber auch Kinder den richtigen Umgang mit Lebensmitteln erlernen und erfahren, welche Ernährung die Gesundheit fördert. Nähere Informationen bieten unter anderem die Gesundheitszentralen des Gesundheitsamtes. Im Internet lassen außerdem zahlreiche kreative Gemüse Rezepte finden, die leicht und schnell nach gekocht werden können. Wenn Gemüse richtig und phantasievoll zubereitet wurde, schmeckt das Essen auch den meisten Kindern und Eltern. (sb)