Jedes zweite Schulkind leidet an Kopfschmerzen

Heilpraxisnet

Laut einiger Studien klagen immer mehr Schüler in Deutschland über Kopfschmerzen. Nach Angaben des Kieler Neurologen und Schmerztherapeuten Dr. Hartmut Göbel würden etwa 50 Prozent der 8,4 Millionen Schüler in Deutschland in der Freizeit oder Schule unter Kopfschmerzen leiden. Ursächlich sind unter anderem die täglichen Reizüberflutungen sowie der steigenden Leistungsdruck.

Kopfschmerzen die zweithäufigste Schmerzform, die bei etwa drei Viertel der Erwachsenen anfallsweise oder sogar chronisch auftritt. Doch nicht nur Erwachsene sind betroffen, auch unter Kindern werden Kopfschmerzen dem Kieler Neurologen und Schmerztherapeuten Hartmut Göbel nach zu einem immer häufiger auftretenden Problem. Demnach würden "ca. 660.000 Schüler einmal wöchentlich oder öfter über Kopfschmerzen klagen, wobei die Problematik bereits in der Grundschule beginnt". Geplant sei daher nun an den Schulen der Einsatz des Präventionsprogramms "Aktion Mütze – Kindheit ohne Kopfzerbrechen", durch welches den Kindern in altersgerechter Sprache der Zusammenhang von Lebensgewohnheiten und Kopfschmerzen vermittelt werden soll.

Kopfschmerzanfälligkeit durch Programm um 70 bis 80 Prozent gesenkt
Das Programm war im Vorfeld über zwei Jahre hinweg in den siebten Klassen einer Schule in Schleswig-Holstein getestet worden. Offenbar mit vollem Erfolg, denn wie die Mitinitiatorin und Lehrerin Karin Frisch berichtet, habe die Kopfschmerzanfälligkeit bei den Schülern dadurch um 70 bis 80 Prozent gesenkt werden können. Die Schüler hatten in drei Doppelstunden unter anderem Tipps bekommen, wie Kopfschmerzen beispielsweise durch regelmäßige Mahlzeiten, eine feste Tagesstruktur, einen maßvollen Medienkonsum und ausreichend Ruhe vorbeugt werden könne. Als Hilfestellung gab es zudem eine schriftliche „Anleitung“, in der die Informationen noch einmal zusammengefasst waren und welche nun von den Schulen kostenlos angefordert werden kann.

Hilfe zur Vermeidung von Langzeitfolgen
Eine sinnvolle Idee, denn laut Hartmut Göbel könnten durch das Programm auch Langzeitfolgen von Kopfschmerzen im späteren Leben verhindert werden, zu denen bei Migräne-Patienten beispielsweise Depressionen, aber auch in seltenen Fällen ein Schlaganfall und Gefäßerkrankungen gehören. Ein wichtiger Punkt, denn die Anzahl der Kopfschmerzpatienten sei aufgrund der „Reizüberflutung“ im Alltag seit 1974 um 300 Prozent gestiegen, so Göbel weiter. Da überrascht es auch nicht, dass von den 20 meistverkauften Medikamenten in Deutschland laut dem Neurologen allein zwölf Kopfschmerzmittel zu finden seien. (sb)

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