Johannisbeeren mit Pestiziden verseucht

Sebastian

Greenpeace: Johannisbeeren aus Deutschland sind mit zahlreichen Pestiziden verseucht.

(26.07.2010) Die Umweltschutzorganisation "Greenpeace" testete Johannisbeeren aus dem deutschen Anbau. Das Ergebnis ist erschreckend: Alle Johannisbeeren aus dem Herkunftsland Deutschland waren mit Pestiziden verseucht. Einzige Ausnahme waren die Bio-Johannisbeeren, dort fanden sich keinerlei Reste von Pflanzenschutzmitteln.

Etwas gesundes Obst zum Sommer essen, das denken sich viele Menschen und greifen zu Johannisbeeren in deutschen Supermärkten. Doch "Greenpeace" warnt derzeit vor dem Verzehr dieser Früchte. Denn bei einem Test wurde zutage gebracht, dass die meisten Johannisbeeren über einen hohen Anteil von Pestiziden verfügen. Untersuchungen im Labor hätten ergeben, dass in den Beeren sogar ein regelrechter Mix aus bis zu neun unterschiedlichen Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen werden konnte. Nur die Bio-Beeren waren frei von solchen chemischen Pflanzenschutz-Stoffen.

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Test in allen Teilen Deutschlands.
Getestet wurden die Beeren Anfang Juli 2010 in mehreren Städten Deutschlands. Im Fokus hatten die Umweltschützer Supermärkte wie Edeka, Aldi, Metro, REal, Penny und Rewe. Insgesamt wurden 31 Proben von Johannisbeeren und Himbeeren untersucht. Alle Beeren stammten aus deutschem Anbau, vorzugsweise aus dem Bundesland Baden-Württemberg.

Laut Greenpeace wurde im Durchschnitt in jeder untersuchten Probe Rückstände von sechs Pflanzenschutzmitteln entdeckt. Dabei wurden teilweise auch Spuren von illegalen Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen. Aus diesem Grund habe man auch die Behörden informiert, damit diese sofort reagieren könne. Laut Greenpeace wurden in einzelnen Proben die chemischen Stoffe "Dodin" und "Difenoconazol" gefunden. Die Proben stammten aus den Supermarktketten Edeka und Tengelmann. Innerhalb der EU sind diese Spritzmittel verboten.

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln können die Gesundheit schädigen.
Die Wirkung dieser Pflanzenschutzmittel könne als "gesundheitsgefährdend eingestuft werden". Laut Greenpeace besitzen beide Pestizide keine Zulassung auf dem deutschen Markt. Einige der nachgewiesenen Stoffe können das Nervensystem des Menschen schädigen oder krebserregend auf den menschlichen Organismus wirken. Auch der Hormonhaushalt und die Fortpflanzung könnten beeinträchtigt werden.

Mix aus Pestiziden.
Die Grenze der zugelassenen Mengen an Pestiziden würde zwar nicht überschritten werden, jedoch sei eine Mehrfachbelastung eine Gesundheitsgefährdung für den Menschen. So sagte ein Sprecher, nicht die Menge ist entscheidend, sondern die Summe der unterschiedlichen Pestizide. Laut den Umweltexperten von Greenpeace sei bereits seit mehreren Jahren ein Trend zu "Pestizid-Mischungen" feststellbar . Die Hersteller halten zwar die vorgeschriebenen Grenzwerte ein, jedoch werden Pflanzenschutzmittel kombiniert eingesetzt. Greenpeace fordert deshalb auch einen Grenzwert von Mehrfachrückständen von Pflanzenschutzmitteln fest zu legen. Dies müsse zum gesundheitlichen Schutz der Verbraucher geschehen. Denn bei einem Test vor 4 Jahren waren es noch im Durchschnitt drei Pestizide pro Beere gewesen, nun sind es schon sechs.

Lieber Bioprodukte ohne chemische Stoffe.
Heilpraxisnet.de rät indes gleich auf konventionelle Produkte zu verzichten und lieber zu Bio-Waren zu greifen. "Hier ist wenigstens unter normalen Umständen gesichert, dass keinerlei Rückstände von Pestiziden vorhanden sind". Das erbrachte auch der Test von Greenpeace. In keinen Bio-Proben der Beeren waren Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachweisbar. "Später ist es kaum mehr nachweisbar, wie eine Krebserkrankungen oder ein Nervenleiden entstanden ist. Kaum jemand wird den Verzehr von Beeren dafür verantwortlich machen".

Himbeeren fast unbelastet
Einzig positiv war aufgefallen war, dass bei Himbeeren häufiger keine großartigen Rückstände von Pestiziden gefunden wurden. Die Himbeeren waren im Durchschnitt mit zwei verschiedenen Pflanzenschutzmitteln belastet gewesen. Die Werte lagen jeweils auch unter den gesetzlichen Grenzwerten. 29 Prozent der Himbeeren waren sogar frei von Pestiziden. (sb)