Jucken, Nässen und Haarausfälle: Trockenshampoo mit vielen Nebenwirkungen

Trockenshampoos werden von manchen Frauen als schnelle Alternative zum Haarewaschen genutzt. Solche Sprays können aber auch schlimme Nebenwirkungen haben, wie eine junge Frau erfahren musste. (Bild: ipag/fotolia.com)
Alfred Domke
Alptraum für junge Frau: Trockenshampoo mit drastischen Nebenwirkungen
Trockenshampoos werden von vielen Frauen als wahrer Segen angesehen wenn es um die schnelle Haarkosmetik geht. Einfach aufgesprüht und schon sind die Haare wieder wie neu. Allerdings können solche Produkte auch äußerst unangenehme Nebenwirkungen haben, wie eine junge Frau aus Großbritannien erfahren musste.

Trockenshampoos mit unangenehmen Nebenwirkungen
Trockenshampoos werden damit beworben, dem Haar mehr Volumen zu geben, es leicht und griffig zu machen und es wie frisch gewaschen erscheinen zu lassen. Dass manche dieser Kosmetikartikel allerdings auch Begleiterscheinungen wie Haarausfall und juckenden Hautausschlag zur Folge haben können, wird nicht hervorgehoben. Aber genau solche Nebenwirkungen haben sich bei einer jungen Frau aus Großbritannien eingestellt. In den sozialen Netzwerken berichtet sie über ihren Alptraum.

Trockenshampoos werden von manchen Frauen als schnelle Alternative zum Haarewaschen genutzt. Solche Sprays können aber auch schlimme Nebenwirkungen haben, wie eine junge Frau erfahren musste. (Bild: ipag/fotolia.com)
Trockenshampoos werden von manchen Frauen als schnelle Alternative zum Haarewaschen genutzt. Solche Sprays können aber auch schlimme Nebenwirkungen haben, wie eine junge Frau erfahren musste. (Bild: ipag/fotolia.com)

Juckende Kopfhaut mit schmerzenden Blasen
Zwar sind Trockenshampoos für manche Frauen eine schnelle Alternative zum Haarewaschen, doch die 22-Jährige Nicole Baxter hätte besser die Finger davon gelassen. Wie die junge Frau aus dem nordirischen Belfast (Großbritannien) auf Facebook berichtet, war sie Ende letzten Jahres beim Arzt, da eine kahle Stelle am Kopf immer größer wurde. „Jeder der mich kennt, weiß, dass ich wenig Stress habe und mich gesund ernähre – ich konnte mir also wirklich nicht erklären, warum das plötzlich passierte. Meine Kopfhaut juckte zudem stark und es bildeten sich rote, schmerzhafte Blasen“, so Baxter. Ihren Angaben zufolge hatte sie so starke Schmerzen, dass sie deswegen manchmal mehrmals nachts aufwachte.

Haarausfall mit eigentümlichem Muster
Als die junge Frau zu einem Dermatologen verwiesen wurde, stellte dieser die Diagnose: „Triangular Alopecia“. Laut der „International Society of Hair Restroration Surgery“ zeichnet sich das eigentümliche Muster des Haarausfalls bei der Triangular alopecia durch ausdünnende oder vollständig kahle Stellen an den Schläfen aus. Bei teilweisem Haarausfall sind die übrigen Haare laut den Experten meist winzig mit einem schmalen Durchmesser. Triangular alopecia macht sich häufig schon in der Kindheit durch unerklärlichen Haarausfall in der Schläfenregion bemerkbar. Die Ursache ist bislang unbekannt, allerdings kann die Störung in vielen Fällen medikamentös oder chirurgisch behandelt werden.

Ursachen für Haarausfall oft nicht geklärt
Auch bei anderen Formen von Haarausfall sind die Ursachen oft nicht eindeutig geklärt. Bekannt ist, dass unter anderem Eisenmangel oder eine Erkrankung der Schilddrüse wie etwa eine Schilddrüsenüberfunktion zum Verlust der Haarpracht führen können. Doch auch durch verschiedene andere Krankheiten kann Haarausfall hervorgerufen werden, beispielsweise durch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Morbus Crohn, Bulimie oder Magersucht und in seltenen Fällen auch durch Infektionskrankheiten wie Typhus oder Scharlach. Offenbar können auch äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Bei Nicole Baxter sollte die genaue Ursache durch eine Kopfhaut-Biopsie festgestellt werden. Als sie gefragt wurde, ob sie etwas in ihren Haaren habe, antwortete sie: „Nur Trockenshampoo“. Daraufhin wurde ihr erklärt, zur Biopsie mit gewaschenem, aber ansonsten unbehandeltem Haar zu kommen. „Als dann der Tag meiner Biopsie kam, ging es mir wirklich schlecht – der Gedanke, einer NADEL IN MEINEM KOPF machte mich verrückt“, schrieb die junge Frau.

Verbesserung in wenigen Wochen
Noch bevor die Biopsie begann, fiel Nicole Baxter auf, „dass die Blasen in den letzten Wochen besser geworden waren“. Dies bestätigte auch die untersuchende Ärztin nachdem sie die Kopfhaut mit alten Fotos verglich. Als die Hautärztin fragte, was sie in den letzten sechs bis sieben Wochen anders gemacht hätte, fiel ihr ein: „Ich hatte nur das Trockenshampoo weggelassen.“ Die Medizinerin bestätigte den Verdacht und sagte „dass sei das Beste, was ich hätte tun können und dass sie mich nicht mehr operieren müsste. Also verließ ich das Krankenhaus mit einem intakten Kopf und etwas Kühlgel.“

Wascht euch eure Haare
Zur „Moral der Geschichte“ schrieb sie: „Ich habe von Trockenshampoo eine kahle Stelle am Kopf bekommen. Die habe ich übrigens immer noch – und es ist nicht gesagt, dass die Haare dort jemals nachwachsen.“ Die junge Britin warnte in ihrem Post, zu viel Trockenshampoo zu verwenden: „Wascht euch einfach eure Haare, Leute! Es ist es nicht wert, so einen schrecklichen Fleck am Kopf zu haben, nur weil man keinen Bock hat, sich die Haare zu trocknen.“ Ihre Warnung wurde innerhalb kürzester Zeit zehntausende Male geteilt und kommentiert. Ein Statement des Herstellers zu den Vorwürfen gibt es Medienberichten zufolge bisher noch nicht. (ad)

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