Jüngere Menschen haben heute sehr viel weniger Sex als vorige Generationen

Eine neue Studie offenbarte, dass junge Menschen in den USA heute weniger Geschlechtsverkehr haben als frühere Generationen. Und das, obwohl die Angehörigen der "Millenniums-Generation" einen einfacheren Zugang zum Sex hätten. (Bild: Sergey Nivens/fotolia.com)
Alfred Domke
Sexuell inaktiv: Millenniums-Generation in Amerika hat weniger Sex
Immer früher, immer öfter? Vor allem von Seiten älterer Menschen hört man oft, dass junge Leute kaum Scheu haben und ihre ersten sexuellen Erfahrungen sehr früh machen und dann ausschweifend leben. Doch offenbar stimmt das nicht ganz – zumindest nicht in den USA. In einer Studie zeigte sich nun, dass die sogenannte „Millenniums-Generation“ weniger Sex hat als frühere Generationen.

Zahl der sexuell Inaktiven deutlich gestiegen
Die im vergangenen Jahr veröffentlichte Langzeitstudie „Studentische Sexualität im Wandel“ des Instituts für Sexualforschung und forensische Psychiatrie des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf zeigte unter anderem, dass vor allem junge Frauen heute beim Sex experimentierfreudiger und selbstbewusster sind als noch vor Jahren. In den USA scheint diese Tendenz nicht zuzutreffen. Laut einer neuen Studie ist dort die Zahl der sexuell Inaktiven bei den in den 1990er-Jahren Geborenen deutlich höher als bei den in den 1960er Jahren Geborenen.

Eine neue Studie offenbarte, dass junge Menschen in den USA heute weniger Geschlechtsverkehr haben als frühere Generationen. Und das, obwohl die Angehörigen der "Millenniums-Generation" einen einfacheren Zugang zum Sex hätten. (Bild: Sergey Nivens/fotolia.com)
Eine neue Studie offenbarte, dass junge Menschen in den USA heute weniger Geschlechtsverkehr haben als frühere Generationen. Und das, obwohl die Angehörigen der „Millenniums-Generation“ einen einfacheren Zugang zum Sex hätten. (Bild: Sergey Nivens/fotolia.com)

Junge Leute haben heute weniger Geschlechtsverkehr
Wie die Wissenschaftler um Psychologieprofessorin Jean M. Twenge von der San Diego University in der Fachzeitschrift „Archives of Sexual Behavior“ berichten, haben junge US-Amerikaner heute weniger Sex als Gleichaltrige in früheren Jahrzehnten. Die Studie, an der auch Forscher der Florida Atlantic University und der Widener University in Chester, Pennsylvania beteiligt waren, werteten in ihrer Untersuchung Daten einer landesweiten repräsentativen Umfrage aus, an der über 26.000 Personen teilgenommen hatten. Grundlage dafür war der General Social Survey von 1972-2012.

Während der Weltwirtschaftskrise waren junge Erwachsene noch enthaltsamer
Es zeigte sich, viele Angehörige der „Millenniums-Generation“ im Alter zwischen 20 und 24 Jahren sexuell inaktiv sind. Wie es heißt, gaben 15 Prozent an, seit ihrem 18. Geburtstag keinen Sexualpartner mehr gehabt zu haben. In den 1960er Jahren gaben dies nur sechs Prozent an. Nur die jungen Erwachsenen der 1920er Jahre, die während der Weltwirtschaftskrise aufwuchsen, hätten laut den Forschern „einen noch höheren Grad an sexueller Inaktivität gezeigt“.

Mitglieder der Millenniums-Generation sind nicht promiskuöser
„Diese Studie widerspricht der weit verbreiteten Vorstellung, dass die Mitglieder der Millenniums-Generation die „Abschlepp“-Generation sind, wie durch Dating-Apps wie „Tinder“ popularisiert wird, annehmend, dass sie nur auf der Suche nach schnellen Beziehungen und zwanglosem Sex sind“, sagte Co-Autor Ryne Sherman von der Florida Atlantic University in einer Mitteilung der Hochschule. „Unsere Daten zeigen, dass dies nicht der Fall zu sein scheint, und dass Angehörige der Millenniums-Generation nicht promiskuöser sind als ihre Vorgänger.“

Junge Menschen hätten heute einen einfacheren Zugang zum Sex
Und das obwohl junge Menschen heute mehr über Sex wissen, einen einfacheren Zugang zu Pornografie haben und sich im Internet unkompliziert zu Sex verabreden können. Trotz der Möglichkeiten werden nicht mehr sexuelle Aktivitäten entfaltet. „Hier geht es wirklich um diese Generation von jungen amerikanischen Erwachsenen und nicht um die Zeit, in der sie leben“, so Sherman. „Das hat sehr wenig mit sich ändernden Normen über sexuelles Verhalten zu tun, die Generationen sind einfach nur anders und alles hat mit ihnen zu tun.“

Heutige junge Generation wird „langsamer erwachsen“
Die Wissenschaftler stellten in ihrer Untersuchung auch fest, dass sich die derzeitige junge Generation in den USA später als vorangegangene Gleichaltrige um einen Führerschein oder eine bezahlte Arbeit bemühe. Laut den Experten lege dies den Schluss nahe, dass sie „langsamer erwachsen“ werde als zum Beispiel die gleichaltrige Generation in den 1980er-Jahren. (ad)

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