Jüngste Bevölkerung lebt im Südwesten: Deutschland altert unterschiedlich

Alfred Domke
Bevölkerung in Deutschland altert sehr unterschiedlich
Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter. Innerhalb von 15 Jahren ist das Durchschnittsalter um über drei Jahre gestiegen. Die regionalen Unterschiede sind teils sehr groß. Die jüngste Bevölkerung lebt in zwei Universitätsstädten im Südwesten der Republik.

Die Lebenserwartung steigt
Die Menschen werden immer älter. So berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im vergangenen Jahr über eine weltweit steigende Lebenserwartung. Die der Deutschen war zuvor sogar auf einem neuen Rekordniveau angelangt. Eine Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt nun, dass die Bevölkerung hierzulande zwar immer älter wird, die regionalen Unterschiede allerdings sehr groß sind.

Das Durchschnittsalter der Bundesbürger ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. Es gibt jedoch regionale Unterschiede. Zwei Universitätsstädte im Südwesten der Republik haben die jüngste Bevölkerung. (Bild: Boggy/fotolia.com)

Freiburg und Heidelberg haben die jüngste Bevölkerung
Laut einer Mitteilung des Instituts ist das Durchschnittsalter der Bundesbürger von der Jahrtausendwende bis 2015 um 3,3 Jahre gestiegen – von 40,6 auf 43,9 Jahre.

Die jüngste Bevölkerung haben demnach Freiburg im Breisgau und Heidelberg.

Während das Durchschnittsalter in den beiden Universitätsstädten im Südwesten der Republik 39,8 beziehungsweise 39,9 Jahre beträgt, liegt es in einigen ostdeutschen Landkreisen und kreisfreien Städten etwa zehn Jahre darüber, zum Beispiel in Suhl (49,1), im Altenburger Land (49,4) und in Dessau (49,5).

Dort liegt der Anteil der über 64-Jährigen zudem bei knapp 30 Prozent. In Freiburg und Heidelberg sind hingegen nur rund 16 Prozent älter als 64 Jahre.

Strukturschwache Gebiete altern schneller
Wie in der Mitteilung erläutert wird, altern viele strukturschwache Gebiete schneller, da sie an junger Bevölkerung verloren haben. Die Kluft zwischen wachsenden Groß- und Universitätsstädten und den Gebieten jenseits der Ballungsräume hat sich demnach in den letzten Jahren vertieft.

Besonders stark macht sich die Alterung der Bevölkerung in strukturschwachen Gebieten abseits der Ballungsräume bemerkbar.

Allein zwischen 2000 und 2015 haben Landkreise wie Suhl (minus 22 Prozent), Oberspreewald-Lausitz (minus 21,7 Prozent) und Spree-Neiße (minus 19,9 Prozent) jeden fünften Einwohner verloren.

Niedriges Durchschnittsalter im Umland von wirtschaftsstarken Metropolen
Doch längst nicht alle ländlichen Räume überaltern. Generell ist das Durchschnittsalter in Teilen Bayerns und Baden-Württembergs sowie im Nordwesten Deutschlands besonders niedrig.

Der BBSR-Auswertung zufolge haben einige Landkreise im Westen – wie Vechta (40,0) oder Cloppenburg (40,1) – eine vergleichsweise junge Bevölkerung. Ein Grund dafür sind hohe Geburtenraten.

Neben Universitätsstädten wie Tübingen, Erlangen, Regensburg oder Eichstätt haben auch einige Umlandkreise der wirtschaftsstarken Metropolen ein niedriges Durchschnittsalter, beispielsweise Freising (40,6) und Erding (41,4) bei München.

Viele Familien zieht es hier aus den Kernstädten ins engere Umland.

Irgendwann wird eine Grenze erreicht
Die Menschen leben aber nicht nur in Deutschland immer länger. Die Weltbevölkerung wird insgesamt immer älter. Eine Auswertung verschiedener Studien kam vor kurzem zu dem Ergebnis, dass die durchschnittliche Lebenserwartung in westlichen Ländern bald 90 Jahre übersteigen könnte.

Irgendwann wird jedoch eine Grenze erreicht werden. Laut US-amerikanischen Wissenschaftlern ist die maximale Lebenserwartung auf 115 Jahre limitiert.

Andere Forscher hingegen meinen, sie könne sogar verzehnfacht werden. Ein Großteil der Experten zweifelt allerdings daran, dass Menschen so lange leben können. (ad)