Jugend und Drogen: Rückläufiger Alkohol- und Zigarettenkonsum bei Teenagern

Rauchen kommt bei deutschen Jugendlichen immer stärker aus der Mode. Auch der Alkoholkonsum von Teenagern sinkt. (Bild: Sabphoto/fotolia.com)
Alfred Domke
Weniger deutsche Jugendliche rauchen und trinken Alkohol
Aktuelle Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigen, dass Rauchen bei Jugendlichen in Deutschland immer mehr aus der Mode kommt. Auch Alkoholkonsum ist bei mehr und mehr Teenagern out.

Rauchen kommt bei deutschen Jugendlichen aus der Mode
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellte vor kurzem eine Studie vor, die zeigte, dass Jugendliche in Europa und Nordamerika heute weniger trinken und rauchen, als noch vor einigen Jahren. Nun liegen neue Zahlen vor, denen zufolge Rauchen bei deutschen Teenagern immer mehr aus der Mode kommt. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sank der Anteil der rauchenden 12- bis 17-Jährigen im vergangenen Jahr auf den historischen Tiefstand von 7,8 Prozent.

Rauchen kommt bei deutschen Jugendlichen immer stärker aus der Mode. Auch der Alkoholkonsum von Teenagern sinkt. (Bild: Sabphoto/fotolia.com)
Rauchen kommt bei deutschen Jugendlichen immer stärker aus der Mode. Auch der Alkoholkonsum von Teenagern sinkt. (Bild: Sabphoto/fotolia.com)

Großteil der Heranwachsenden hat noch nie geraucht
Wie aus einer Pressemitteilung der BZgA hervorgeht, lag die Quote zur Jahrtausendwende noch bei 27 bis 38 Prozent und sank danach beinahe kontinuierlich ab. Schon in den Vorjahren war berichtet worden, dass die Zahl der jugendlichen Raucher deutlich gesunken ist. Im Jahr 2014 betrug sie 9,7 Prozent. Parallel dazu verdoppelte sich der Anteil der Heranwachsenden, die noch nie rauchten, beinahe. Er stieg von 40,5 Prozent im Jahr 2001 auf 79,1 Prozent 2015.

Auch junge Erwachsene greifen seltener zur Zigarette
Die Daten der BZgA stammen aus einer Befragung von über 7. 000 jungen Leuten zum Thema Drogenkonsum. Der Rückgang wird von der Bundeszentrale auf die nach der Jahrtausendwende gestarteten Präventionsmaßnahmen zurückgeführt. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, sagte: „Die Ergebnisse der Drogenaffinitätsstudie zeigen, dass wir in der Drogen- und Suchtprävention auf dem richtigen Weg sind. Das Rauchen gehört in Deutschland längst nicht mehr zum Lebensgefühl junger Menschen.“ Laut den Studien-Daten, die auf der Webseite der BZgA abrufbar sind, geht der Anteil der Raucher auch bei den jungen Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren seit einigen Jahren stark zurück. Im vergangen Jahr fiel die Raucherquote in dieser Altersgruppe mit 26,2 Prozent ebenfalls auf einen historischen Tiefpunkt.

Alkoholkonsum von Teenagern rückläufig
Der BZgA zufolge nimmt auch der regelmäßige Alkoholkonsum der jungen Deutschen weiter ab. Demnach gaben von den 12- bis 17-Jährigen im vergangenen Jahr zehn Prozent und von den 18- bis 25-Jährigen 33,6 Prozent an, regelmäßig Alkohol zu trinken. Im Jahr 2005 hatten die Quoten noch bei 18,6 Prozent beziehungsweise 40,5 Prozent gelegen. Laut BZgA gab etwa jeder Dritte im Alter von 12 bis 17 Jahren an, noch nie Alkohol getrunken zu haben. „Besorgniserregend ist allerdings die noch immer hohe Zahl junger Menschen, die Rauschtrinken praktizieren. Außerdem konsumieren noch zu viele junge Erwachsene die illegale Droge Cannabis“, erläuterte die Leiterin der BZgA, Dr. Heidrun Thaiss.

Präventionskampagnen gegen legale und illegale Drogen
Bereits seit 2009 organisiert die Bundeszentrale die Präventionskampagne „Alkohol? Kenn dein Limit“, die vom Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) unterstützt wird. Um Jugendliche besser zu erreichen soll dabei künftig mehr auf soziale Netzwerke und Online-Plattformen wie YouTube gesetzt werden. Spezielle Suchtpräventionskampagnen der BZgA gibt es unter anderem auch gegen den Tabakkonsum sowie gegen illegale Drogen. (ad)

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