Jugendliche in Bayern wegen Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben– So funktioniert Schutz

Alfred Domke
Immer wieder Todesfälle wegen Kohlenmonoxid – Jugendliche starben an Rauchvergiftung
Nun wurde die Vermutung offiziell bestätigt: Die sechs Teenager, die am Sonntag in einem Gartenhaus bei Arnstein (Bayern) tot aufgefunden wurden, sind an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben. Jedes Jahr sterben Hunderte Menschen durch das geruchlose Gas. Experten erklären, was man für die eigene Sicherheit tun kann.

Sechs Jugendliche leblos aufgefunden
Am Sonntagvormittag waren in einem Gartenhaus bei Arnstein im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart fünf junge Männer und eine Frau leblos aufgefunden worden. Der schnell herbeigeeilte Notarzt konnte nur noch den Tod der Jugendlichen feststellen. Nun ist offiziell bestätigt worden, dass die Teenager an einer Rauchvergiftung starben.

Die sechs Jugendlichen, die am Wochenende in einem Gartenhaus in Bayern tot aufgefunden wurden, sind an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben. Das geruchlose Gas ist möglicherweise durch einen Holzofen ausgetreten. (Bild: Louis/fotolia.com)

Kohlenmonoxid-Vergiftung als Todesursache bestätigt
„Nach den aktuellen Ergebnissen der rechtsmedizinischen Untersuchung steht die Todesursache zwischenzeitlich fest. Demnach sind die sechs Heranwachsenden im Alter von 18 und 19 Jahren an einer Kohlenmonoxid Vergiftung gestorben“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung des Polizeipräsidiums Unterfranken und der Staatsanwaltschaft Würzburg.

Laut Medienberichten gab es in dem gemauerten Gartenhaus auf einem abgelegenen Grundstück einen Holzofen, der schnell mit dem Tod der jungen Leute in Verbindung gebracht wurde. Nach Polizeiangaben ist „die Ursache für den Austritt des giftigen Gases“ aber „weiterhin Gegenstand kriminalpolizeilicher Ermittlungen“.

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Entdeckt wurden die leblosen Jugendlichen vom Vater eines Geschwisterpaares, der nachschauen wollte, da er seit dem Abend nichts mehr von ihnen gehört hatte.

Gesundheitsgefahren durch Kohlenmonoxid
Experten warnen immer wieder davor die Gefahren durch Kohlenmonoxid (CO) zu unterschätzen. Das geruchlose, geschmacklose und brennbare Gas entsteht zum Beispiel, wenn Materialien wie Holz, Kohle oder Gas ohne genügend Sauerstoff verbrennen, etwa in geschlossenen Räumen oder bei defekten Gasthermen. Auch Kohlenmonoxid-Vergiftungen durch Holzpellets sind möglich.

Vor allem in geschlossenen Räumen und höheren Konzentrationen kann die chemische Verbindung Vergiftungen verursachen. Was vielen unbekannt ist: Auch durch Shisha-Rauchen besteht die Gefahr einer Kohlenmonoxid-Vergiftung.

Hunderte Tote durch das geruchlose Gas
Weil Kohlenmonoxid geruchlos ist, bemerken Betroffene meist nicht, dass sie das Gas eingeatmet haben. Vor allem im Schlaf ist die Gefahr zu ersticken deshalb groß. Das Gas blockiert den Transport von Sauerstoff im Blut.

Bei einer Vergiftung kommt es zu Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrasen, Atemnot, Übelkeit und Bewusstlosigkeit bis hin zum Tod durch Ersticken.

Jedes Jahr sterben Hunderte Menschen in Deutschland an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. So war etwa im Oktober eine Frau in Langsur (Rheinland-Pfalz) in ihrer Wohnung an einer solchen Vergiftung gestorben.

Wie man Vergifteten helfen kann
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) erklärt auf seiner Webseite, was man bei einem Kohlenmonoxid-Austritt für Vergiftete und auch für die eigene Sicherheit tun kann.

Die Experten weisen darauf hin, den Atem anzuhalten. „Vor Mund und Nase gehaltenes Taschentuch schützt nicht! Es filtert keine Giftgase“, schreiben die Fachleute. Eingeatmet soll in Frischluft, beispielsweise am Fenster, werden. „Ein zweiter Helfer übernimmt die Sicherung (Seilsicherung).“

Im Raum soll für Frischluft gesorgt werden, Türen und Fenster sind zu öffnen. Wenn möglich, die „Gasquelle“ schließen. Der Vergiftete muss an die frische Luft gerettet werden. (ad)