Junge Patientin stirbt nach Einnahme der Antibabypille

Alfred Domke

Fatale Folgen: 20-Jährige stirbt nach Einnahme von Antibabypille

Es ist schon länger bekannt, dass die Einnahme von Antibabypillen mit teils schwerwiegenden Nebenwirkungen einhergehen kann. Einer jungen Frau aus England hat das Verhütungsmittel das Leben gekostet. Sie starb an den Folgen einer Lungenembolie.


Verhütung mit Antibabypille

Dass die Antibabypille kein harmloses Bonbon, sondern ein Medikament mit ernstzunehmenden Nebenwirkungen ist, ist längst bekannt. Dennoch gilt sie bei vielen Frauen nach wie vor als bevorzugtes Verhütungsmittel. Auch eine junge Engländerin hat damit verhütet. Doch die Einnahme des Medikaments kostete ihr das Leben, berichtet die englische Zeitung „The Sun“.

In Großbritannien ist eine junge Frau nach der Einnahme der Antibabypille gestorben. Die 20-Jährige starb an den Folgen einer Lungenembolie. (Bild: Wolfilser/fotolia.com)

Medikament mit Nebenwirkungen

Schnell, sicher und bequem: Nach wie vor greifen viele Frauen auf hormonelle Verhütungsmethoden zurück. Kein Wunder – sorgt die Antibabypille bei richtiger Einnahme und Anwendung normalerweise für zuverlässigen Schutz und sexuelle Freiheit.

Die Einnahme des Medikaments ist allerdings mit unangenehmen Nebenwirkungen verbunden. So kann es dadurch unter anderem zu Gewichtszunahme und Kopfschmerzen kommen. Viele Frauen berichten auch, dass die hormonelle Verhütung oft mit einer Depression einhergeht.

Zudem können solche Arzneien laut Wissenschaftlern das Wohlbefinden bei Frauen beeinträchtigen und sogar das Risiko für Hirntumore erhöhen.

Bekannt ist außerdem, dass durch moderne Antibabypillen ein hohes Thrombose-Risiko droht. Und genau dies wurde einer jungen Frau aus England zum Verhängnis.

Verschreibung wegen Stimmungsschwankungen

Verhütungsmittel können für manche Frauen besonders gefährlich sein. Das zeigt nun auch ein Fall aus Großbritannien.

Laut einem Bericht der Tageszeitung „The Sun“ starb die 20-jährige Abbey Parkes aus Staffordshire an den Folgen einer Thrombose, die offenbar durch die Einnahme der Antibabypille ausgelöst wurde.

Wie die Mutter Amanda Parkes gegenüber der Zeitung erklärte, hatte ihre Tochter bereits vor sechs Jahren auf Anraten ihres Hausarztes damit begonnen, Logynon einzunehmen, da sie während ihrer Perioden dramatische Stimmungsschwankungen erlitten hatte.

Die junge Frau war sich jedoch nicht darüber bewusst, dass sie an einer Faktor-V-Leiden-Mutation litt. Dieser Faktor erhöht die Gefahr, ein Blutgerinnsel (Thrombose) zu entwickeln.

Dieses Risiko wird weiter erhöht, wenn zusätzlich Medikamente eingenommen werden, durch die der Östrogen-Spiegel steigt. Dies ist bei der Antibabypille, die die junge Frau aus England nahm, der Fall.

Abbey ahnte jedoch nichts von dieser Gefahr, als sie mit 14 Jahren anfing, die Pille zu nehmen.

Ärzte stellten zunächst eine falsche Diagnose

Im vergangenen Jahr klagte die junge Frau wochenlang über Schmerzen der rechten Seite, Benommenheit und Atembeschwerden.

Zudem litt die Sekretärin an Übelkeit und Kopfschmerzen, „die sehr schnell kamen und gingen“, erklärte ihre Mutter.

Sie begab sich schließlich in eine Krankenhaus, in dem die Ärzte ein EKG und Röntgenaufnahmen machten und annahmen, die Patientin leide an einer Muskelzerrung.

Am Tag darauf stellte ihr Hausarzt jedoch fest, dass sie eine Infektion hatte.

„Selbst in diesem Stadium schien es keinen Anlass zu geben, über den man sich Sorgen machen musste. Sicherlich schienen ihre Symptome nicht lebensbedrohlich zu sein“, sagte die Mutter gegenüber der „Sun“.

Der Hausarzt verschrieb ihr einen Inhalator und Medikamente, die zu wirken schienen. Allerdings ging es ihr mit der Zeit wieder schlechter, was auch ihre Kollegen bemerkten und sie darauf aufmerksam machten.

„Sie ist danach nicht wieder zur Arbeit gegangen, sie war einfach zu krank“, so Amanda P.

Lungenembolie führte zu Sauerstoffmangel

Abbey wohnte damals mit ihrem Freund Liam zusammen, der morgens gewöhnlich vor ihr das Haus verließ.

Eines Morgens erhielt er von seiner Freundin einen Anruf, in dem sie erklärte, dass sie keine Luft mehr bekomme und er dringend nachhause kommen müsse. Liam alarmierte den Notarzt und begab sich selbst schnellstmöglich zu seiner Partnerin.

Dort fand er sie auf einem Stuhl zusammengesunken vor, sei atmete nicht und war offensichtlich bewusstlos.

Sanitäter fanden ein massives Blutgerinnsel an ihrer unteren rechten Lunge und zwei sekundäre Blutgerinnsel an ihrer linken Lunge.

„Sie wurde ins Krankenhaus gebracht, aber wir alle fürchteten das Schlimmste“, sagte die Mutter. In der Klinik wurde festgestellt, dass die junge Frau an einer Faktor-V-Leiden-Mutation litt.

Ein Arzt erklärte ihnen schließlich, dass eine Lungenembolie zu einem akuten Sauerstoffmangel geführt hatte, woraufhin sie einen Herzstillstand erlitt und schließlich verstarb.

Mutter warnt vor den Gefahren

„Ich werde den Tag, an dem sie starb, nie vergessen, er wird mich für immer begleiten“, sagte ihre Mutter.

Sie warnte: „Die Menschen müssen sich der Gefahren bewusst sein, die von der Einnahme der Pille ausgehen.“

„Die Pille erhöht das Risiko von Blutgerinnseln und bringt andere Gesundheitsrisiken mit sich.“

Als ihre Tochter mit 14 Jahren anfing, die Pille zu nehmen, sei sie nicht vor den Gefahren gewarnt worden. (ad)