Junge Patientin zeigte mit Nackt-Selfies auf sehr schmerzhafte Erkrankung hin

Alfred Domke

Endometriose-Patientin macht mit Nackt-Selfie auf ihre Krankheit aufmerksam

Endometriose ist laut Gesundheitsexperten eines der häufigsten aber auch der am schwierigsten zu diagnostizierenden Frauenleiden. Trotz der heftigen Schmerzen bleibt die Erkrankung, die in vielen Fällen zu Unfruchtbarkeit führt, oft lange Zeit unentdeckt. Eine junge Frau hat nun mit einem Nackt-Selfie in sozialen Medien auf ihre schmerzhafte Krankheit aufmerksam gemacht.

Eines der häufigsten Frauenleiden

Wenn sich Monat für Monat unerträgliche Regelschmerzen und dazu heftige Unterbauchschmerzen einstellen, kann eine Endometriose hinter den Beschwerden stecken. Die schmerzhafte chronische Erkrankung gilt als eines der häufigsten aber auch der am schwierigsten zu diagnostizierenden Frauenleiden. Auch eine junge Frau aus Australien leidet an Endometriose. Mit einem Nackt-Selfie hat sie nun in sozialen Medien auf ihre schmerzhafte Erkrankung aufmerksam gemacht.

Eine junge Frau aus Australien hat mit einem Nackt-Selfie in den sozialen Medien auf ihre schmerzhafte Erkrankung aufmerksam gemacht. Sie leidet an Endometriose, einem der häufigsten Frauenleiden, das aber oft lange nicht diagnostiziert wird. (Bild: ruigsantos/fotolia.com)

Bis zur Diagnose vergehen meist viele Jahre

„Nach Schätzungen leiden etwa 7-15 % aller Frauen im geschlechtsreifen Alter an Endometriose. Das sind in Deutschland etwa 2-6 Mio. Frauen. Mehr als 30.000 Frauen erkranken jährlich an Endometriose“, schreibt die Endometriose-Vereinigung Deutschland auf ihrer Webseite.

Andere Schätzungen gehen sogar von 40.000 neuen Fällen pro Jahr aus. Die Erkrankung zählt zu den häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit.

Laut einer Mitteilung des Universitätsklinikums Münster (UKM) dauert es im Schnitt acht bis zwölf Jahre, bis Ärzte die oft diffusen Beschwerdebilder ihrer Patientinnen richtig zu deuten wissen.

Die Wucherungen des Gebärmuttergewebes führen zu Verklebungen und Verwachsungen an vielen Organen und sogar Nerven.

Hauptsächlich sind der Bauch- und Beckenraum betroffen – grundsätzlich kann das Endometrium aber überall im Körper wachsen.

Starke Regelschmerzen

Zu den typischen Symptomen der Krankheit zählen unter anderem starke Regelschmerzen, chronische Unterbauchschmerzen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Wenn die Endometriose in der Blase oder im Darm auftritt, sind zudem in selteneren Fällen Blut im Urin, Blut im Stuhl oder Beschwerden beim Wasserlassen möglich.

Bei einigen Frauen treten zudem unspezifische Beschwerden wie Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel und Magenprobleme auf.

In vielen Fällen bilden sich auch schmerzhafte Zysten.

Junge Frau macht mit Bild auf Endometriose aufmerksam

Auch bei der 27-jährigen Thessy Kouzoukas haben sich Zysten gebildet. Eine davon ist bei der jungen Endometriose-Patientin aus Australien in ihrem Bauchraum geplatzt.

Auf Instagram veröffentlichte sie ein Nackt-Selfie, das einen Vorher-Nachher-Vergleich ihres Bauches zeigt.

Auf der einen Seite hat sie einen normalen, flachen Bauch, auf der anderen wölbt sich der Unterbauch in Kugelform auf.

Sie erklärte: „Links ist mein Bauch drei Wochen nach der geplatzten Zyste (vor fünf Wochen). Rechts bin ich jetzt, ich nehme das Medikament „Synarel“, das meine Hormonproduktion gestoppt hat und mich im Alter von 27 in die Menopause versetzt hat.“

„Das ist schockierend für die Leute. Das bin ich. Das ist Endometriose“, schreibt Thessy unter dem Post. Sie habe nicht vorgehabt, die Fotos zu veröffentlichen, schließlich sei sie darauf nackt zu sehen.

Doch sie habe private Nachrichten von anderen Frauen erhalten, die ebenfalls an Endometriose leiden und sich allein gelassen fühlen.

„Wenn ihr eine Frau kennt, die unter heftigen Regelschmerzen leidet, dann sagt ihr bitte, dass sie sich untersuchen lassen soll. Und ich will allen Frauen und Mädchen, die daran leiden, sagen: Ihr seid nicht allein.“

Positive Erfahrungen mit alternativen Heilmethoden

Medizinern zufolge ist Endometriose oft hormonell zu behandeln, trotzdem bleibt in vielen Fällen letztlich nur die Operation.

Neben den schulmedizinischen Behandlungsmethoden sind, insbesondere nach einer Operation, auch alternative Heilmethoden denkbar.

Im Vordergrund stehen dabei die Ziele, „die Symptome zu reduzieren, die Schmerzen zu verringern und das Wohlbefinden der Frau physisch und psychisch wieder herzustellen oder zu stärken“, schreibt die Endometriose-Vereinigung Deutschland auf ihrer Webseite.

Der Vereinigung zufolge gibt es bereits positive Erfahrungen mit Akupunktur, Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM), Homöopathie und der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie).

Die Erkrankung kann zudem durch eine sinnvolle Umstellung der Ernährung, die Reduktion von Stress und durch moderate Bewegung positiv beeinflusst werden. (ad)