Kälte-Kopfschmerz: Frieren kann Spannungskopfschmerzen fördern

Sebastian
„Frieren kann Spannungskopfschmerzen auslösen“, dass berichtet der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) in Krefeld. Manche Menschen würden im Herbst und Winter vermehrt unter Kopfschmerzen leiden. Eine mögliche Ursache für die Beschwerden sind Spannungskopfschmerzen, die durch Muskelverspannungen im Nacken- und Kopfbereich hervorgerufen werden.
Manche Menschen leiden in Herbst und Winter vermehrt unter Kopfschmerzen. Eine mögliche Ursache für die Beschwerden sind Spannungskopfschmerzen, die durch Muskelverspannungen im Nacken- und Kopfbereich hervorgerufen werden. „Gerade in der Übergangsjahreszeit gelingt es Menschen nicht immer, sich mit Kleidungsstücken passend auf die aktuellen Außentemperaturen einzustellen. Bereits kurzzeitiges Kälteempfinden und Frieren kann dann dazu führen, dass betroffene Personen die Schultern hochziehen und sich ihre Muskeln in diesem Bereich verspannen. Mit der Zeit dehnen sich die Verspannungen dann über den Nacken und den Kopf aus und können zu Kopfschmerzen führen“, berichtet Dr. Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) in Krefeld. „Auch kalter Wind am Kopf kann Spannungskopfschmerzen verursachen, weil sich die dünne Muskulatur unter der Kopfhaut krampfartig zusammenzieht.“ Charakteristisch für Spannungskopfschmerzen ist ein dumpfer, drückender oder ziehender Schmerz im ganzen Kopf oder ein Schmerz, der sich vom Nacken bis zur Stirn zieht. Der Kopf scheint dabei schwer zu werden und die Augen können müde werden.

Spannungskopfschmerzen durch Frieren. Bild: Doris Heinrichs - fotolia
Spannungskopfschmerzen durch Frieren. Bild: Doris Heinrichs – fotolia

Selbstbehandlung nur bei gelegentlichen Beschwerden
Kommt es immer mal wieder zu vorübergehenden Spannungskopfschmerzen, ist eine kontrollierte Selbstbehandlung mit frei verkäuflichen Schmerzmedikamenten in Ordnung. „Bei akuten Beschwerden helfen Medikamente wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol. Die Arzneimittel sollten jedoch seltener als 10 Mal im Monat eingenommen werden. Denn werden Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum eingenommen, können sich die Kopfschmerzen verschlimmern oder chronisch werden und es kann eine Reihe von unerwünschten Nebenwirkungen auftreten“, warnt der Nervenarzt. Auch Pfefferminzöl oder Tigerbalsam, die auf die Schläfen gestrichen werden, können bei akuten Spannungskopfschmerzen Linderung bringen, ebenso wie die Anwendung von Entspannungsverfahren. Kommt es öfter im Monat über eine längere Dauer zu Kopfschmerzen, sollten die Beschwerden unbedingt professionell abgeklärt werden und es sollte eine ärztlich begleitete Therapie erfolgen.

Durch Warmhalten, Entspannung und Bewegung Kopfschmerzen vorbeugen
Um Spannungskopfschmerzen vorzubeugen, ist wichtig, dass empfindliche Personen möglichst Kälte nicht ungeschützt an sich heran lassen. „Als Schmerzverstärker gelten zudem Arbeiten in schlecht belüfteten Räumen, eine ständige Körperfehlhaltung oder auch Stress und psychosoziale Belastungen“, ergänzt Dr. Bergmann. „Regelmäßige körperliche Bewegung kann dabei helfen, innere Spannungszustände abzubauen und gleichzeitig die Muskulatur zu durchbluten, zur kräftigen und zu entspannen.“ Spannungskopfschmerzen sind weit verbreitet; rund 30 Millionen Deutsche leiden zumindest phasenweise in ihrem Leben darunter. Etwa 2% der Bevölkerung sind von der chronischen Form betroffen. (pm)