Kälteallergie: Was tun bei allergischen Reaktionen gegen Kälte?

Alfred Domke

Bei Kälteallergie das Gesicht stets warm einpacken

In der kalten Jahreszeit kann es aufgrund der oft eisigen Temperaturen zu Hautproblemen kommen. Bei „Kälte-Allergikern“ wirken sich die niedrigen Temperaturen besonders intensiv aus: Es kommt zu Juckreiz, Quaddeln, Schwellungen oder starken Rötungen der Haut. Betroffene sollten sich daher stets schützen und auch das Gesicht warm einpacken.


Eisige Kälte belastet die Haut

Die Kälte verlangt uns derzeit einiges ab: Trockene Haut im Winter ist wahrlich nichts Ungewöhnliches. Doch manche Menschen reagieren auf das Winterwetter besonders intensiv. Bei ihnen kommt es zu einer sogenannten Kälte-Urtikaria. Experten empfehlen Betroffenen, ihre Haut bei eisigen Temperaturen stets mit warmer Kleidung zu schützen und dabei besonders an das Gesicht zu denken.

Manche Menschen reagieren besonders intensiv auf die aktuelle Kälte. Bei ihnen bilden sich Quaddeln, Schwellungen oder starke Rötungen auf der Haut. Diese „Kälte-Allergiker“ sollten vor allem ihr Gesicht gut schützen. (Bild: Halfpoint/fotolia.com)

Rund 25 Prozent der Bevölkerung hat schon einmal eine Urtikaria durchlebt

Die Urtikaria, auch Nesselsucht beziehungsweise Nesselfieber genannt, ist die häufigste Erkrankung der Haut. Ungefähr jeder vierte Mensch erkrankt irgendwann in seinem Leben mindestens einmal daran.

Die Ursachen für die Nesselsucht können viele verschiedene Gründe haben: Unverträglichkeiten, Infektionen oder auch physikalische Reize wie Druck oder Licht.

„Auch Kälte kann ein Auslöser für eine Urtikaria sein“, schreibt der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) auf seiner Webseite.

Gesicht mit einem Schal oder einer Skimaske schützen

Laut den Experten kommt es bei den betroffenen „Kälte-Allergikern“ zu Juckreiz, Quaddeln, Schwellungen oder starken Rötungen der Haut.

Meist sind Körperregionen betroffen, die der Kälte direkt ausgesetzt werden; vor allem die Hände und das Gesicht.

Schützen kann man sich durch warme Kleidung. Nicht nur das Tragen von Handschuhen, sondern auch ein besonderer Gesichtsschutz kann sinnvoll sein. Etwa mithilfe eines Schals oder einer Skimaske.

Schleimhäute können anschwellen

In sehr seltenen, dann jedoch gefährlichen, Fällen können die Schleimhäute im Mund- und Rachenbereich mit anschwellen und zu erstickungsartiger Atemnot führen.

Bei akuten Beschwerden helfen laut DAAB nur Antihistaminika oder Kortisontabletten.

Wenn die Kälte-Urtikaria häufiger auftritt, kann eine sogenannte Toleranzinduktion hilfreich sein. Der Körper wird dabei immer wieder mit dem Auslöser Kälte konfrontiert – und zwar in ansteigender Dosis, damit er lernt, diesen Auslöser, die Kälte also, zu tolerieren.

Der DAAB beschäftigt sich auch in der Zeitschrift „Allergie konkret“ mit dem Thema Kälte-Urtikaria.

Kälte als Auslöser für Atemnot

Im Winter drohen aber noch mehr gesundheitliche Probleme. Denn Kälte ist ein physikalischer Auslöser von Atemnot.

Bei Menschen mit Asthma, chronischer Bronchitis oder einem überempfindlichen Atemwegssystem reizt die derzeitige extrem kalte Luft die Bronchien und verengt die Atemwege.

Die Folge können Probleme beim Ein- und Ausatmen, pfeifende Atmung und akute Atemnot bis hin zum Asthmaanfall sein.

„Hier hilft nur warme Kleidung mit einem „Mundschutz“ (z.B. einen Schal) und keine unnötigen Kraftaktionen (wie jetzt Outdoorsport) in eisiger Kälte“, schreibt der DAAB.

Auch ein unnötig langer Aufenthalt in der Kälte sollte laut den Experten vermieden werden. Dazu hilft viel Trinken, da dies die Schleimhäute befeuchtet. (ad)