Wegen Listerien Rückruf von Käse-Sorten

Alfred Domke

Käsehersteller ruft ganze Produktgruppen wegen Listerien zurück

23.03.2014

Nachdem der Käsehersteller Bergpracht Milchwerk bereits vor einigen Tagen eine Rückrufaktion gestartet hatte, wurde diese nun ausgeweitet. Verschiedene Käseprodukte könnten Listerien enthalten, die grippeähnliche Symptome oder Durchfall verursachen. Unter anderem Aldi wird von dem Unternehmen beliefert.

Ausweitung der Rückrufaktion
Das baden-württembergische Unternehmen Bergpracht Milchwerk hat eine vor wenigen Tagen gestartete Rückrufaktion erheblich ausgeweitet. Wie es von dem Käsehersteller heißt, würden vorsorglich und aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes die Produktgruppen Weißschimmelkäse, Weichkäse mit Blauschimmel, Weichkäse mit Zutaten und Halbfester Schnittkäse mit Weißschimmel zurückgerufen. Wie die Firma in Tettnang am Bodensee mitteilte, könnten die Packungen Listerien enthalten, die grippeähnliche Symptome oder Durchfall verursachen, in seltenen Fällen sogar mit tödlichen Folgen. Die Produkte, die in den Groß- und Einzelhandel gelangt seien, tragen die Veterinärkontrollnummer DE-BW 077-EG.

Verkaufspreis wird zurück erstattet
Das Unternehmen hatte in den vergangenen Tagen zunächst nur 150-Gramm-Packungen von „Bioland Bio Hofkäse“ sowie „Unsere Heimat Hofkäse“ vom Markt genommen. Die nun zurückgerufenen Sorten, einschließlich ihres Mindesthaltbarkeitsdatums, lassen sich auf der Internetseite der Firma nachlesen (www.bergpracht.de). Nun sind zusätzlich zahlreiche Käsesorten der Bergpracht, Tettnanger, Alpenmark, Omira, dennree, Heirler, Von Hier, Fiori, Bayernland, Cheeseland und Unsere Heimat von dem Rückruf betroffen. Unter anderem beliefert Bergpracht Teile der Supermarkt-Kette Aldi Süd und den Lebensmittel-Einzelhandel. Wie es von dem Unternehmen heißt, wird den Käufern der betroffenen Produkte der Verkaufspreis erstattet, wenn sie diese zurückbringen. Dies auch ohne Vorlage des Kassenbons. "Es ist nicht auszuschließen, dass die betroffenen Produkte Bakterien der Art Listeria monocytogenes enthalten. Dieser Keim kann zu schweren Erkrankungen mit grippeartigen Symptomen führen und in seltenen Fällen auch einen tödlichen Verlauf nehmen", wie es auf Website des Unternehmens heißt.

Schwangere haben erhöhtes Risiko
Bei Listerien handelt es sich um Bakterien, die unter Umständen die gefährliche Krankheit Listeriose auslösen können. Diese, seit 2001 in Deutschland meldepflichtige Infektionskrankheit, betrifft vor allem Menschen die über eine schlechte körperliche Abwehr verfügen. Zudem haben schwangere Frauen ein etwa 12-fach erhöhtes Risiko, daran zu erkranken. Der Krankheitsverlauf ist dem einer Grippe ähnlich. So leiden Erkrankte zunächst an Durchfall und heftigen Bauchschmerzen und später oft auch unter Fieber, starken Kopfschmerzen oder gar Lähmungen und Benommenheit. Da zwischen Infektion und Erkrankung bis zu zwei Monaten vergehen können, ist die Diagnose einer Listeriose manchmal schwierig. Daher sollten die beschriebenen Symptome ernst genommen werden. Bei erfolgtem Nachweis erfolgt eine Behandlung mit Antibiotika. (ad)

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Bild 2: Sebastian Karkus / pixelio.de