Kaffee: Kein Schutz der Leber vor Alkoholschäden

Astrid Goldmayer

Zwei Tassen Kaffee pro Tag wirken schützend auf die Leber

01.06.2013

Wer zu viel Alkohol trinkt, riskiert eine folgenschweren Leberschaden. Darauf wies Professor Christian Strassburg von der Uniklinik Bonn auf einem Kongress der Bundesapothekerkammer in Meran hin. Zwar würden zwei Tassen Kaffee pro Tag schützend auf die Leber wirken. Schäden durch zu viel Alkohol könnten damit jedoch nicht vorgebeugt werden.

Leber schützen und Alkohol nur in Maßen zu sich nehmen
Übermäßiger Alkoholkonsum gilt als Hauptrisikofaktor für Leberschäden. „Die Leber tut nicht weh, wenn sie geschädigt ist. Der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit“, berichtete Professor Christian Strassburg vom Universitätsklinikum Bonn bei einem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer. „Betroffene schieben die anhaltende Erschöpfung oft auf ihren Beruf und lassen sich viel zu spät vom Arzt untersuchen.“ Weitere Anzeichen für Erkrankungen der Leber mit erhöhten Leberwerten sind ein durch Wassereinlagerungen geschwollener Bauch sowie gelbgefärbte Haut und Augen.

Der Internist sprach sich für einen bewussteren Umgang mit Alkohol aus. „Die Leber und Alkohol vertragen sich gut, wenn man nur in Maßen trinkt und die Leber keinen Vorschaden hat.“, so Strassburg. „Trinkt man aber zu viel, steigert Alkohol das Risiko für Leberkrebs ähnlich wie Rauchen das für Lungenkrebs.“

Zwei Tassen Kaffee pro Tag sollen sich dem Internisten zufolge dagegen positiv auf die Leber auswirken. Vor einem übermäßigen Alkoholkonsum könne das Organ dadurch jedoch nicht geschützt werden. „Es gibt keine „Happy-Pills“ für den Herrenabend: Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel, die die Alkoholverträglichkeit verbessern oder den Alkoholschäden vorbeugen, gibt es nicht.“ Am besten sei es, ganz auf Alkohol zu verzichten oder nur noch geringe Mengen zu trinken.

Entgegen vieler Annahmen ist Rotwein auch nicht gesünder als andere alkoholische Getränke – jedenfalls nicht für die Leber. „Wenn sich durch den Alkohol eine Lebererkrankung entwickelt hat, nutzt es nichts, dass andere Inhaltsstoffe des Rotweins das Risiko für Herzerkrankungen senken“, so Strassburg.

Zum Schutz der Leber empfiehlt die Naturheilkunde, einmal pro Jahr die Leber zu entgiften. Als Heilpflanzen kommen dafür unter anderem Löwenzahn, Artischocke und Mariendistel in Frage. (ag)

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