Kaffee-Konsum hat sich verdoppelt

Fabian Peters
Kaffeekonsum hat sich in 20 Jahren verdoppelt
Viele Menschen trinken gerne einen Kaffee zum wachwerden. Der „Wachmacher“ wird auf der ganzen Welt geschätzt. Kaum verwunderlich, dass sich der Konsum innerhalb der letzten 20 Jahre verdoppelt hat. Experten von der Internationalen Kaffeeorganisation (ICO) prognostizieren, dass auch in Zukunft der Kaffeeverbrauch weiter ansteigen wird.
Variety of cups of coffee and coffee beans on old wooden table
Weltweit hat sich der Kaffeekonsum in zwanzig Jahren verdoppelt. (Bild: amenic181/fotolia.com)

Seit Jahren erhöht sich die Nachfrage nach Kaffee, so Robeiro Oliveira, Chef der ICO, gegenüber der Nachrichtenagentur „AFP“. Die Nachfrage sei nach wie vor groß auf den traditionellen Märkten wie beispielsweise Kanada, Europa, Japan, Norwegen und den USA. Doch das größte Potential sieht die ICO in neuen, wachsenden Märkten. Menschen in Algerien, Russland, Australien und Südkorea konsumieren immer mehr Kaffee und sorgen so für einen besseren Absatz weltweit. Außerdem wachse die Weltbevölkerung weiter an und immer mehr Menschen finden Geschmack am Kaffee, so Robeiro Oliveira weiter.

Umwelteinflüsse beeinträchtigen Kaffeeproduktion
Statistiken der ICO zeigen, dass es nicht einfach ist, diese riesige Nachfrage zu befriedigen. Die globale Kaffeeproduktion im Jahr 2014 ist im Vergleich zum Jahr davor um 3,5 Prozent zurückgegangen. Denn Kaffeeanbau ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Starke Regenfälle, Trockenheit und die Rostkrankheit beeinflussen Kaffeesträucher weltweit. Somit sind genaue Vorhersagen zur Entwicklung der Produktion schwer zu treffen.

Preis auf Rekordtief trotz steigender Nachfrage
Die Nachfrage für Kaffee ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Trotzdem erreicht der Kaffeepreis zurzeit den niedrigsten Stand seit zwanzig Monaten. Der wachsende Konsum aber auch das derzeit niedrige Angebot werden jedoch vermutlich dazu führen, dass der Verkaufspreis schnell wieder in die Höhe steigt.

Produktion in den letzten zwanzig Jahren massiv gestiegen
Die Produktion von Rohkaffee stieg in den letzten Jahren insgesamt deutlich an. So wurden im Jahr 2001 ungefähr 108 Millionen Säcke Kaffee hergestellt. Zum Vergleich dazu waren es im Jahr 2014 bereits etwa 142 Millionen Säcke. Jeder einzelne Sack umfasst 60 Kilogramm Rohkaffee. Im Jahr 2014 lag die Nachfrage bereits deutlich über der Menge an produziertem Kaffee.

Wundermittel Kaffee und seine positiven Eigenschaften
Kaffee ist nicht nur wegen seines Geschmacks oder seiner aufputschenden Eigenschaften beliebt. Dem Heißgetränk werden in jüngeren Studien vor allem positive Eigenschaften zugesprochen. So zeigen Studien beispielsweise, dass Kaffee das Rückfallrisiko bei Darmkrebs senkt, Stresssymptome lindert und auch bei Potenzproblemen helfen kann, Nicht zuletzt soll Kaffee sogar das Erbgut schützen.

Mögliche negative Aspekte
Dass Kaffee den Körper austrocknet, ist ein weitverbreiteter Irrglaube. Es wurde festgestellt, dass das Getränk dem Körper kein Wasser entzieht. Der Wachmacher ist als normaler Flüssigkeitsspender zu bewerten. Aber Kaffee hat auch negative Eigenschaften. So ergab ein Studie, dass Kaffee den menschlichen Biorhythmus durcheinander bringt und unsere innere Uhr zurückstellt.

Deutschland Platz sieben bei Kaffeeverbrauch
Seit 1963 überwacht die ICO den weltweiten Kaffeemarkt. Der internationalen Kaffeeorganisation gehören die meisten Export- und Importländer an. Auch Deutschland ist Mitglied. Hierzulande verbraucht ein durchschnittlicher Kaffeetrinker im Jahr etwa 7,1 Kilogramm Rohkaffee. Damit sind die Deutschen auf Platz sieben beim weltweiten Kaffeekonsum. Länder wie beispielsweise die Schweiz, Norwegen oder Schweden verbrauchen allerdings noch mehr Kaffee pro Jahr.(as)