Kaffee reduziert Hautkrebs-Risiko

Fabian Peters

Mit Kaffeekonsum dem Hautkrebs vorbeugen

25.10.2011

Bereits im August berichteten Wissenschaftler der Rudgers University im Bundesstaat New Jersey (USA) in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS), dass Kaffee, aufgetragen auf die Haut, eine deutliche Reduzierung des Hautkrebsrisikos bedingt. Nun konnten US-Forscher in einer weiteren umfassenden Untersuchung diese Aussage auch in Bezug auf den Kaffeegenuss bestätigen.

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Regelmäßiger Kaffeekonsum senke das Hautkrebs-Risiko um bis zu 20 Prozent, wobei insbesondere Frauen von der Schutzwirkung profitieren, erklärte Studienautor, Fengju Song, Doktorand der Abteilung für Dermatologie am Brigham and Womens Hospital und der Harvard Medical School. Bei Vorstellung der Studienergebnisse auf der zehnten internationalen Konferenz zur Krebsvorbeugung der amerikanischen Gesellschaft für Krebsforschung (American Association for Cancer Research, AACR) berichteten die US-Wissenschaftler von einer eindeutig krebsvorbeugenden Wirkung des koffeinhaltigen Heißgetränks.

Basalzellenkarzinome verbreitetste Hautkrebs-Erkrankungen
Die US-Wissenschaftler werteten im Rahmen ihrer umfassenden Untersuchung die Ergebnisse zweier klinischer Studien aus, die den Zusammenhang zwischen dem Auftreten von sogenannten Basalzellenkarzinomen und dem Kaffeekonsum bei zehntausenden Freiwilligen über einen Zeitraum von 14 beziehungsweise 16 Jahren beobachtet hatten. Die vor allem durch UV-Strahlung verursachten Basalzellenkarzinome sind die häufigste Form der Hautkrebs-Erkrankungen, wachsen jedoch relativ langsam und enden deutlich seltener tödlich als der sogenannte Schwarze Hautkrebs (Malignes Melanom). Dennoch sind die Gesundheitsrisiken der Basalzellenkarzinome nicht zu unterschätzen und eine effektive Vorbeugung könnte zahlreiche Menschen vor dieser besonders häufig auftretenden Hautkrebs-Form bewahren. Bei rund eine Millionen Neuerkrankungen an Basalzellenkarzinomen pro Jahr allein in den USA, könne bereits eine relativ geringe Schutzwirkung des Kaffees einen weitreichenden Effekt auf die Volksgesundheit haben, berichtete Fengju Song auf der „10th International Conference on Frontiers in Cancer Prevention Research“ der AACR.

Kaffeegenuss senkt das Hautkrebs-Risiko
Der aktuellen Untersuchung zufolge sinkt das Hautkrebs-Risiko mit zunehmenden Kaffeekonsum kontinuierlich. Je mehr Tassen Kaffee die Studienteilnehmer täglich tranken, umso seltener erkrankten sie an einem Basalzellenkarzinom, erläuterte Fengju Song. Der Effekt fällt den Angaben des US-Forschers zufolge jedoch bei Frauen deutlich mehr ins Gewicht als bei Männern. So hätten Männer bei einem Kaffeekonsum von mindestens drei Tassen pro Tag ein um neun Prozent geringeres Hautkrebs-Risiko als Personen, die weniger als eine Tasse Kaffee täglich tranken. Bei Frauen habe der Genuss von drei Tassen Kaffee am Tag das Risiko eines Basalzellenkarzinoms um ganze 20 Prozent reduziert. Der krebsvorbeugende Effekt sei jedoch nicht bei entkoffeiniertem Kaffee festzustellen gewesen, was den Schluss nahe lege, dass die Schutzwirkung von dem Koffein ausgeht, erklärten die US-Forscher. Die aktuelle Studie belege eindeutig, „dass Kaffeekonsum eine wichtige Möglichkeit bei der Prävention gegen Basalzellenkarzinome sein kann“, betonte Fengju Song.

Kaffee generell krebsvorbeugend?
Während Kaffee in der Vergangenheit überwiegend als gesundheitsschädlich beurteilt wurde, wie schon der berühmte Kanon von Karl Gottlieb Hering „ C-a-f-f-e-e, trink nicht soviel Kaffee!“ verdeutlicht, mehren sich derzeit Studien, die eine positive Wirkung des koffeinhaltigen Heißgetränks auf die Gesundheit belegen. So hatten US-Forscher bereits im August eine krebsvorbeugende Wirkung des Koffeins festgestellt und ein Gruppe chinesischer Forscher kam in einer weiteren Untersuchung zur dem Ergebnis, dass mit steigendem Kaffeegenuss das allgemeine Krebsrisiko sinkt. Die chinesischen Wissenschaftler berichteten, dass moderate Kaffeetrinker einem um elf Prozent geringeren Krebsrisiko unterlagen, als Personen die keinen Kaffee trinken. Regelmäßige Kaffeekonsumenten unterlagen einem um 13 Prozent geringeren Krebsrisiko und starke Kaffeetrinker sogar einem um 18 Prozent geringeren, so das Ergebnis der chinesischen Wissenschaftler. Die Forscher hatten im Rahmen ihrer Untersuchung 59 bestehende Studien ausgewertet, die den Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und verschiedenen Krebsarten wie zum Beispiel Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Prostatakrebs und Leukämie analysiert haben. So könnte sich Kaffee in Zukunft nicht nur als Wachmacher einen Namen machen, sondern auch bei der Krebsvorbeugung eine wachsende Bedeutung einnehmen, erklärten die Experten. (fp)