Kaffeestudien: Italienischer Kaffee verringert bei Männern das Risiko für Prostatakrebs

Alexander Stindt
Kann speziell zubereiteter Kaffee vor Prostatakrebs schützen?
Es gibt immer wieder Untersuchungen, welche positive Auswirkungen des Kaffee-Konsums auf unsere Gesundheit nachweisen. Forscher stellten jetzt fest, dass der Konsum von italienischem Kaffee dazu führen kann, dass bei Männern das Risiko für Prostatakrebs deutlich reduziert wird.

Die Wissenschaftler des Neuromed Institute in Pozzilli haben bei ihrer Untersuchung festgestellt, dass der Konsum von italienischem Kaffee bei Männern deutlich das Risiko für Prostatakrebs senken kann. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „International Journal of Cancer“.

Viele Männer trinken gerne Kaffee, weil sie den Geschmack mögen. Der Konsum von Kaffee führt aber scheinbar noch zusätzlich zu einer Schutzwirkung vor Prostatakrebs. (Bild: Rawpixel.com/fotolia.com)

Männer können sich mit Kaffeekonsum vor Prostatakrebs schützen
Wenn Sie männlich sind und gerne italienischen Kaffee trinken, gibt es jetzt eine erfreuliche Nachricht für Sie. Der Konsum kann die Wahrscheinlichkeit verringern, dass Männer an Prostatakrebs erkranken.

Drei Tassen italienischer Kaffee am Tag reduzieren das Risiko für Prostatakrebs um 53 Prozent
Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler insgesamt 7.000 italienische Männer. Die Forscher fanden dabei heraus, dass der Konsum von drei oder mehr Tassen italienischem Kaffee am Tag das Risiko für Prostatakrebs um 53 Prozent senken kann. Es ist aber wichtig, dass es italienisch zubereiteter Kaffee ist, erläutern die Autoren der Studie.

Der Kaffee muss speziell zubereitet worden sein
Italienisch zubereiteter Kaffee wird besonders vor- und zubereitet. Für die Zubereitung wird Hochdruck genutzt. Außerdem wird eine sehr hohe Wassertemperatur benötigt und es wird kein Filter verwendet, erklärt Autorin Licia Iacoviello vom Neuromed-Institut. Kaffee sei ein integraler Bestandteil des italienischen Lebensstils. Diese Art des Lebensstils werde nicht nur durch die einzelnen Lebensmittel definiert, sondern auch durch die spezifische Art wie diese Lebensmittel zubereitet werden, fügt Iacoviello hinzu.

Spezielle Zubereitung führt zu höherer Konzentration bioaktiver Substanzen
Die Wissenschaftler sind der Meinung, dass die italienische Methode sich von anderen Zubereitungsmethoden in der Welt unterscheidet und dadurch zu einer höheren Konzentration von bioaktiven Substanzen führt. Solche Substanzen können die Bildung von Prostatakrebs-Zellen verhindern, erläutern die Experten.

Bereits früher Hinweise auf eine Prävention von Prostatakrebs durch Kaffeekonsum
Es gab bereits eine Reihe von internationalen Studien über die Wirkung von Kaffee, welche auch eine positive Auswirkung auf Prostatakrebs festgestellt haben, erläutert Autor Dr. George Pounis. Das Ziel der aktuellen Studie sei es gewesen, durch die Ergebnisse das Wissen in diesem Bereich zu erweiteren.

Probanden wurden jahrelang medizinisch überwacht
Für die Untersuchung wurden etwa siebentausend männliche Probanden durchschnittlich vier Jahre lang medizinisch überwacht. Dabei wurden die Verbrauchsgewohnheiten von Kaffee aufgezeichnet und dann mit den Fällen von Prostatakrebs verglichen, die im Laufe dieser Zeit aufgetreten sind, sagen die Mediziner.

Ergebnisse bereits im Labor an Prostatakrebs-Zellen überprüft
Bei der Studie wurde klar, dass der Konsum von mehr als drei Tassen Kaffee am Tag bei den Probanden dazu führte, dass ihr Risiko für Prostatakrebs um 53 Prozent reduziert wurde, verglichen mit weniger Kaffee trinkenden Menschen. Die Forscher bestätigten ihre Feststellung durch das Testen der Wirkung von Kaffee-Extrakten auf Prostatakrebs-Zellen im Labor.

Ist der positive Effekt von Kaffee auf das enthaltene Koffein zurückzuführen?
Extrakte mit Koffein reduzierten deutlich die Krebszellen Proliferation, sowie ihre Fähigkeit zur Metastasierung, erläutern die Autoren der Studie. Die vorteilhafte Wirkung, welche bei den siebentausend Teilnehmern beobachtet wurde, sei vielleicht auch auf das Koffein zurückzuführen und nicht auf die vielen anderen Substanzen im Kaffee, so Maria Benedetta Donati vom Neuromed Institute. (as)