Kakao gegen Gedächtnisverlust im Alter

Heilpraxisnet

Studie: Kakaotrunk gegen Vergesslichkeit

27.10.2014

Forscher in den USA fanden in einer neuen Studie heraus, dass Kakao helfen könnte, altersbedingtem Gedächtnisverlust entgegenzuwirken. Verantwortlich dafür seien die in Kakaobohnen enthaltene Flavonoide. Diese können älteren Untersuchungen zufolge auch dazu beitragen, das Herzinfarkt-Risiko zu senken.

Deutlich verbesserte Gedächtnisleistung
Einer Studie zufolge könnte ein speziell zubereiteter Kakaotrunk altersbedingtem Gedächtnisverlust entgegenwirken. Wie es in der im Fachmagazin „Nature Neuroscience“ veröffentlichten Untersuchung heißt, seien dafür die in Kakaobohnen enthaltenen Flavonoide verantwortlich. Demnach wiesen Studienteilnehmer, deren Getränk große Mengen des Pflanzenstoffs enthielten, eine deutlich verbesserte Gedächtnisleistung auf, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Für die Studie nahmen 37 gesunde Probanden im Alter zwischen 50 und 69 Jahren täglich ein kakaohaltiges Getränk zu sich. Dabei wurde den Versuchsteilnehmern eine unterschiedlich hohe Dosis an Flavonoiden verabreicht. Die eine Hälfte bekam 900 Milligramm pro Tag, die andere lediglich zehn Milligramm.

60-Jährige mit Gedächtnisleistung von 30-Jährigen
Anschließend beobachteten die Wissenschaftler das Blutvolumen im sogenannten Gyrus dentatus, einem Teil der Hirnregion Hippocampus. Der Hippocampus spielt für das Erinnerungsvermögen eine wesentliche Rolle. Wie die Forscher mitteilten, wurde bei der Probandengruppe mit den Flavonoid-reichen Getränken eine erhöhte Blutzirkulation festgestellt. Sie schnitten zudem bei Gedächtnisübungen wesentlich besser ab. Der Autor der Studie, der Neurologie-Professor Scott Small von der Columbia Universität in New York sagte über die Gruppe der 900-Milligramm-Studienteilnehmern: „Wenn ein Teilnehmer zu Beginn der Studie das Erinnerungsvermögen eines typischen 60-Jährigen hatte, wies er nach drei Monaten im Schnitt die Gedächtnisleistung eines 30- bis 40-Jährigen auf.“ Allerdings seien noch Tests mit größeren Probandengruppen nötig, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Flavonoide auch in verschiedenen Früchten und Gemüsesorten
Flavonoide sind nicht nur in Kakao, sondern in unterschiedlicher Art und Konzentration auch in Trauben, Heidelbeeren, Äpfeln und anderen Früchten sowie in einigen Gemüse- und Teesorten enthalten. In vorangegangen Studien an Mäusen zeigte sich, dass die im Kakao enthaltenen Flavonoide die Leistung des Gyrus dentatus anregen. Wie Small auf AFP-Anfrage erklärte, ist diese Hirnregion bei Mäusen und Menschen sehr ähnlich. „Ich denke, dass unsere Untersuchung zum ersten Mal belegt, dass Flavonoide die Funktion des menschlichen Gyrus dentatus verbessert.“ Wie es heißt, beziehen sich die Ergebnisse der Studie nicht auf Krankheiten wie Alzheimer, sondern auf normale Erinnerungslücken, wie sie ab einem Alter von 50 Jahren auftreten können, beispielsweise wenn man sich die Namen neuer Bekannter nicht mehr merken kann.

Flavonoide-Konzentration in Schokolade zu gering
Die Flavonoide wurden für die Studie mit einem speziellen Verfahren aus den Kakaobohnen extrahiert, da diese Inhaltsstoffe bei einer normalen Verarbeitung zum großen Teil verloren gehen. Studienteilnehmer Small wollte trotz der positiven Ergebnisse keine Ernährungstipps abgeben. „Ich würde mit Sicherheit nicht empfehlen, mehr Schokolade zu essen“, so der Wissenschaftler. Die Konzentration an Flavonoiden in der Schokolade sei dafür im Vergleich zu den bei der Studie verabreichten Getränken einfach zu gering. Dass treffe auch auf andere Lebensmittel zu.

Bitterschokolade senkt Krankheitsrisiken
In anderen Bereichen hat sich der positive Einfluss von Schokolade auf die Gesundheit jedoch schon gezeigt. So kamen verschiedene Studien in der Vergangenheit zu dem Ergebnis, dass durch den Verzehr von Bitterschokolade das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall gesenkt werden kann. Zudem haben Wissenschaftler aus der Schweiz herausgefunden, dass Bitterschokolade einen Einfluss auf die Ausschüttung von Stresshormonen hat und so vor den negativen gesundheitlichen Folgen des Stress schützen kann. (ad)

Bild: Timo Klostermeier / pixelio.de