Kalifornien rief Ausnahmezustand wegen eines Ausbruchs von Hepatitis A aus

Alexander Stindt

Hepatitis A-Ausbruch in Kalifornien hat bereits 18 Menschenleben gefordert

Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown hat am Freitag den Ausnahmezustand ausgerufen, um einen Ausbruch von Hepatitis A in San Diego zu bekämpfen, welcher bereits 18 Todesopfer gefordert hat. Der Politiker gab an, dass die staatlich geförderte Versorgung mit Impfstoffen unzureichend sei. Seine Proklamation erlaubt es dem Staat, die Impfstoffe direkt von Herstellern zu kaufen und diese dann zu vertreiben.

Die Proklamation des Ausnahmezustandes erlaubt es den Behörden schnell auf die aktuelle Bedrohung in San Diego zu reagieren. Der Staat wird Montag oder Dienstag die Impfstoffe bestellen, so werden die dringend benötigten Impfstoffe zeitnah verfügbar sein. Seit dem Beginn des Ausbruchs hat der Staat Kalifornien 81.000 föderal finanzierte Impfdosen herausgegeben. Es wurde noch mehr Impfstoff erworben, aber das Angebot sei bisher unzureichend gewesen, sagen die Experten. Die Notfalldeklaration ermöglicht es der Gesundheitsbehörde jetzt, mehr Impfdosen zu kaufen und sie an gefährdete Menschen zu verteilen.

Hepatitis A ist eine Erkrankung, welche normalerweise durch kontaminierte Lebensmittel übertragen wird. In Kalifornien verbreitet sich zur Zeit allerdings eine Form von Hepatitis A, welche sich von Mensch zu Mensch überträgt. (Bild: bluebay2014 – fotolia)

Eine Impfung ist das wirksamste Gegenmittel

Eine Impfung von Menschen mit dem Risiko für Hepatitis A ist das wirksamste Mittel, um die Ausbreitung der Hepatitis-A-Infektionen zu verhindern, erklärt die Leiterin des California Department of Public Health Dr. Karen Smith in einer Pressemitteilung.

Drogensüchtige und Obdachlose erkranken besonders häufig

In Kalifornien gibt es derzeit den bislang größten Ausbruch von Hepatitis A in den Vereinigten Staaten, welcher von Mensch zu Mensch übertragen wird, statt wie üblicherweise durch kontaminierte Lebensmitteln. Bei den meisten Erkrankten handelt es sich um Obdachlose oder Konsumenten von Drogen, sagen die Experten.

Keine Todesfälle außerhalb von San Diego County

Es gab 576 Fälle von Hepatitis A in Kalifornien. 490 dieser Erkrankungen traten dabei in San Diego County auf. Es gab außerdem auch 71 Fälle in Santa Cruz County und acht in Los Angeles County. Insgesamt wurden 386 Menschen in Krankenhäuser eingeliefert. In San Diego betrug die Anzahl der eingelieferten Personen 342, weitere 33 Menschen wurden in Santa Cruz eingeliefert und sechs in Los Angeles. Außerhalb von San Diego County wurden keine Todesfälle gemeldet.

Gegenmaßnahmen müssen dringend durchgeführt werden

US-Repräsentant Darrell Issa forderte am Freitag die Bundesregierung auf, eine Notfinanzierung bereitzustellen, um so die Ausbreitung von Hepatitis A zu stoppen. Wir können nicht warten, bis weitere Gemeinden betroffen sind, bevor wichtige Gegenmaßnahmen ergriffen werden, erklären die Experten.

Ausbruch begann im März in San Diego County

San Diego County berichtete über einen Ausbruch im März, welcher mit einer wachsenden obdachlosen Bevölkerung zusammenzuhängen schien. Der Bezirk Santa Cruz berichtete über die ersten Fälle von Hepatitis A. Die Bezirke San Diego und Los Angeles erklärten dann im September ebenfalls lokale Gesundheitsnotfälle.

Wie wird Hepatitis A normalerweise übertragen?

Hepatitis A wird üblicherweise durch kontaminierte Lebensmittel übertragen. Der einzige Ausbruch in den USA in den letzten 20 Jahren, welcher größer als der Ausbruch in Kalifornien war, fand im Jahr 2003 in Pennsylvania statt. Damals wurden mehr als 900 Menschen infiziert, nachdem sie in einem Restaurant kontaminierte Frühlingszwiebeln verzehrt hatten.

Impfung und Händewaschen kann vor Hepatitis A schützen

Der Ausbruch in Kalifornien wurde jedoch durch Stämme des genetischen Subtyps 1B hervorgerufen, welcher in den Vereinigten Staaten selten vorkommt und eigentlich häufiger im Mittelmeerraum und in Südafrika auftritt. Der Erreger wird durch den Kontakt mit Fäkalien verbreitet und Menschen mit einem unzureichenden Zugang zu sanitären Einrichtungen sind daher einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Neben einer Impfung wird zum häufigen Händewaschen empfohlen. In San Diego wurden in den letzten Wochen Dutzende von Stationen zum Händewaschen installiert. Außerdem wurde damit begonnen, die von Obdachlosen frequentierten Gebiete besonders sorgfältig zu reinigen. (as)