Kalorienbombe: Fertige Joghurt-Dressings machen Salat zu schwerer Kost

Fabian Peters
Konsumentenschützer warnen vor Kalorienbombe durch Instant-Dressing
Gerade bei hochsommerlichen Temperaturen essen viele Menschen besonders gerne Salat. Denn dieser schmeckt frisch und bietet eine gesunde Alternative zu Pasta, Pizza und Co. Beim Dressing greifen Verbraucher oft zu Fertigprodukten, die durch Aufschriften wie „mit Joghurt“ einen leichten und kalorienarmen Genuss suggerieren. Doch stattdessen können die Marinaden den Salat zu einer wahren Kalorienbombe machen.

„Joghurt“ lässt Verbraucher an leichten Genuss denken
Ob ein Salat mit leckerem Thunfisch, würzigem Schafskäse oder frischen Tomaten und Gurken: Ohne das passende Dressing schmeckt das leichte Sommergericht nur halb so gut. Im Handel locken eine Vielzahl fertiger Dressings, die schnell und einfach über die grünen Blätter gegossen und sofort verzehrt werden können. Vor allem Aufschriften wie „mit leichtem Joghurt“ oder „joghurt-frisch“ suggerieren dabei eine kalorienarme Variante. Doch hier lassen sich die Verbraucher offenbar oft täuschen. Denn das „Leicht-Versprechen“ könne bei Fertigprodukten nur selten eingehalten werden, berichten die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich.

Selbstgemachtes Joghurt-Dressing bietet gegenüber Fertigprodukten deutliche Vorteile. (Bild: Viktorija/fotolia.com)
Selbstgemachtes Joghurt-Dressing bietet gegenüber Fertigprodukten deutliche Vorteile. (Bild: Viktorija/fotolia.com)

Tester werten Zutaten und Nährwertangaben von acht Produkten aus
Die Experten hatten stichprobenartig acht im Handel erhältliche Joghurt-Dressings verschiedener Hersteller ausgesucht und anhand der jeweils deklarierten Zutaten und Nährwertangaben bewertet. Zu den Testprodukten zählten unter anderem das „Block House Salat Dressing Joghurt“ von Pro Kaufland (0,80€), das „Drei Spatzen Bio Joghurt Dressing“ von Denn’s (1,16€) und das „Kühne Joghurt Salat Dressing“ von Eurospar für 56 Cent pro 100ml.

„Das Gesamtergebnis ist nicht berauschend“, so die Information der Arbeiterkammer. Denn obwohl die Bezeichnungen anderes vermuten lassen, bestanden alle Testprodukte größtenteils aus Wasser und lediglich zu höchstens 30 Prozent aus Joghurt. Um die gewünschte Saucen-Konsistenz zu erreichen, würde Verdickungsmittel zugesetzt. Ein Umstand, durch den sich den Testern nach die Frage stelle, ob ein Preis von bis zu 11,60 Euro pro Liter noch angemessen sei.

Spitzenreiter enthält 237 Kilokalorien und 21 Gramm Fett
Der vermeintlich „leichte Genuss“ konnte ebenfalls nicht überzeugen. Stattdessen fanden sich in den Instant-Dressings mindestens doppelt oder sogar drei Mal dreimal so viele Kalorien wie in einer selbstgemachten Salat-Soße. Den Spitzenwert erreichte hier das „Spak Joghurt Dressing“ von Merkur (0,85 Euro) mit 237 Kilokalorien und 21 Gramm Fett pro 100 Millilitern. Als „leichtestes“ Produkt im Test zeigte sich das „Spar Jogurt Dressing“ (0,24 €), wobei auch hier immerhin noch 11 Gramm Fett pro 100ml enthalten waren.

Auch der Salzgehalt war den Testern nach mit 0,9 bis 2,2 Gramm pro 100ml relativ hoch, gerade weil Erwachsene nach aktuellen Empfehlungen täglich höchstens 6 Gramm Kochsalz aufnehmen sollten. „Gesundheitsbewusste Ernährung sieht anders aus“, so das Fazit der Arbeiterkammer. Dementsprechend sollte beim Einkauf immer genau auf die Nährwerttabelle geachtet werden, um nicht versehentlich in die Kalorien- und Fettfalle zu tappen.

Dressing besser selbst zubereiten
Die beste Lösung bietet natürlich ein selbstgemachtes Dressing, dass sich schnell und unkompliziert mit wenigen Zutaten herstellen lässt. Empfehlenswert sei hier z.B. ein Rezept, für das 150 Gramm Joghurt mit einem Esslöffel Sauerrahm bzw. Sahne, Zitronensaft und gehacktem Knoblauch oder Schalotten vermengt wird. Anschließend wird ein halbes Bund frische Kräuter (bzw. Tiefkühl-Kräuter) hinzugegeben und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Ein tatsächlich leichter Genuss, denn laut der AK käme dieses Dressing lediglich auf etwa 70 Kilokalorien und 5 Gramm Fett pro 100 Milliliter. (nr)