Kann die Grippe einen schweren Herzinfarkt auslösen?

Sebastian
Kann Grippe einen Herzinfarkt verursachen?
Die körperlichen Belastungen einer Influenza können offenbar einen Herzinfarkt auslösen. Einer Fall-Kontroll-Studie nach, steigt das Erkrankungsrisiko in der ersten Woche einer Influenza um das 6-fache. Besonders gefährlich scheinen Infektionen mit Influenzaviren vom Typ B zu sein. Aber auch andere Auslöser akuter Atemwegsinfektionen konnten als Trigger bestätigt werden.

Fieber und Gliederschmerzen sind Leitsymptome einer Grippe. Eine Studie zeigt, dass eine Grippe sogar einen Infarkt auslösen kann. Bild: Elnur – fotolia

Für die Studie wurden Daten von 11 Labors von Public Health Ontario, der obersten Gesundheitsbehörde der kanadischen Provinz ausgewertet. Sie hatten in den Jahren 2009 bis 2014 knapp 150.000 Tests auf Influenza durchgeführt, von denen 19.729 positiv waren.

Die Studienautoren analysierten, dass 344 dieser Patienten in dem Jahr vor oder nach der Influenza wegen eines Herzinfarkts in einer Klinik behandelt wurden. In einer Fall-Kontrollstudie untersuchten die Forscher, ob die Herzinfarkte in zeitlicher Nähe zum Influenza-Test aufgetreten waren.

Dies war eindeutig für die ersten 7 Tage nach dem positiven Laborbefund einer Influenza gegeben. Nach dem 7. Tag wurde keine erhöhte Inzidenz mehr beobachtet.

Menschen mit einer vermutlich sehr schweren Grippe hatten demnach ein erhöhtes Risiko für einen akuten Herzinfarkt. Besonders gefährdet sind ältere Menschen. Die Influenza B ist gefährlicher als eine Influenza A . Zudem ist das Risiko einen ersten Herzinfarkt zu erleiden höher als bei Menschen, die bereits früher einen Herzinfarkt erlitten haben.

Die Forscher konnten auch zeigen, dass andere schwere Atemwegsinfektionen einen Herzinfarkt auslösen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Herzinfarkt vermutlich keine direkte Folge der Influenza ist. Sie führen das erhöhte Herzinfarktrisiko eher auf die körperlichen Strapazen oder andere systemische Folgen der Erkrankung zurück. Quelle: Ärzteblatt. Die Studie finden Sie hier.