Kardiologen raten zur Vorsicht bei Energydrinks

Heilpraxisnet

Experten warnen vor der Wirkung von Energydrinks

03.04.2015

Der Konsum von Energydrinks kann fatale Folgen haben. Bei einer Überdosierung des darin enthaltenen Koffeins drohen tödliche Herzrhythmusstörungen bei Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Menschen mit einer Herz-Grunderkrankung. Darauf weist ein internationales Kardiologen-Team im „Kanadischen Journal für Kardiologie" (CJC) hin.

Energydrinks nur in Maßen konsumieren
Energydrinks erfreuen sich vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen größter Beliebtheit. In Maßen konsumiert sind die Trendgetränke für gesunde Menschen nicht gefährlich. Bei Herzkranken kann aber selbst eine geringe Dosis des darin enthaltenen Koffeins fatale gesundheitliche Folgen haben. Wer regelmäßig viele Energydrinks zu sich nimmt, führt sich gleichzeitig eine Überdosis Koffein zu. Das kann auch ohne Vorerkrankung schwere Herz-Kreislauf-Beschwerden verursachen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA/Parma) hat kürzlich einen Entwurf für ein Gutachten zur Sicherheit von Koffein veröffentlicht. Darin heißt es: „Einzeldosen von Koffein von bis zu 200 mg, das entspricht etwa 3 mg / kg Körpergewicht für einen Erwachsenen mit 70 kg, werden kaum klinisch relevante Veränderungen von Blutdruck, Herzmuskeldurchblutung, Flüssigkeitshaushalt oder Körpertemperatur verursachen.“ Und weiter: „ Eine tägliche Koffeinzufuhr aus allen Quellen von bis zu 400 mg pro Tag erhöht ebenfalls nicht die Sicherheitsbedenken für Erwachsene, außer bei schwangeren Frauen.“Das endgültige Gutachten wird noch erwartet.

Energydrinks sind in Kombination mit Sport besonders gefährlich
Ein internationales Forscherteam um Fabian Sanchis-Gomar vom Forschungsinstitut des „Krankenhauses 12. Oktober" in Madrid hat jüngst eine eigne Risikoeinschätzung für Energydrinks vorgelegt. Darin wird darauf hingewiesen, dass Energydrinks einen plötzlichen Herztod bei offensichtlich gesunden Jugendlichen verursachen können. Personen mit einer Herz-Grunderkrankung hätten ein erhöhtes Risiko für die Auslösung eines tödlichen Arrhythmie-Syndroms. „Auch Vorhofflimmern, normalerweise bei Kindern ohne strukturelle Herzkrankheit selten, wurde bei einem 13-Jährigen nach einem Fußballtraining und dem Konsum eines Energydrinks registriert", zitiert die Nachrichtenagentur „APA“ aus einer Aussendung des CJC.

Experten zufolge könnte fast ein Drittel der Zwölf- bis 19-Jährigen regelmäßig koffeinhaltige Drinks zu sich nehmen. „Diese Getränke enthalten hohe Dosierungen, wie auch für sie angegeben wird", zitiert die Nachrichtenagentur aus der Fachzeitschrift. Zudem könne auch maskiertes Koffein, beispielsweise in Form von Guarana-Nüssen, in den Getränken enthalten sein. Die Nüsse enthielten ein Mehrfaches an Koffein im Vergleich zu Kaffeebohnen. Im Jahr 2007 seien allein in den USA rund 5.700 Fälle registriert worden, bei denen eine Überdosierung von Koffein zu gesundheitlichen Beschwerden geführt habe. Bei 46 Prozent handelte es sich um Personen unter 19 Jahren.

Die Experten warnen vor einem zu sorglosen Umgang mit Energydrinks. Nach ihren Untersuchungen seien 250 Milliliter des Getränks pro Tag nicht gesundheitsgefährdend. Die Drinks sollten jedoch nicht vor oder während des Sport konsumiert werden. Für junge Erwachsene mit einer Herz-Grunderkrankung sei es ratsam, ihren Kardiologen nach dem Risiko der Getränke fragen. (ag)

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>Bild: andi-h / pixelio.de