Kassen: Kontrollen bei medizinischen Neuerungen

Alfred Domke

Krankenkassen fordern bei medizinischen Neuerungen strenge Kontrollen

01.07.2013

Die deutschen Krankenkassen fordern, neue Behandlungsmethoden künftig gründlichen Überprüfungen zu unterziehen bevor sie zur breiten Anwendung zugelassen werden.

Patientenrelevanter Nutzen
Angesichts von Risiken für Patienten sollen sämtliche neuen Behandlungsmethoden künftig vor einer breiten Anwendung gründlich überprüft werden. Dies fordern die deutschen Krankenkassen in einem aktuellen Positionspapier, in dem es heißt: „Medizinische Innovationen müssen in Zukunft den patientenrelevanten Nutzen vor ihrer flächendeckenden Einführung belegen."

Neue Therapien rufen immer wieder Zweifel hervor
Wenn über den Nutzen und Schaden von neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden nicht genug bekannt sei, dürften diese zunächst nur noch in klinischen Studien verwendet werden. Anlass für die Forderung sei, dass neue Therapien immer wieder Zweifel hervorrufen würden, obwohl sie bereits vielfach angewendet werden. In der jüngeren Vergangenen betraf dies etwa bestimmte Gelenkprothesen, Herzklappen-Prothesen oder Ballonkatheder.

Neue Arzneimittel werden geprüft
Neue Arzneimittel werden bereits heute auf ihren Mehrwert hin geprüft, was zum Teil für erheblichen Unmut der Industrie sorgt. Für die Pharmahersteller ist durch das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) der Druck entstanden, zu belegen, dass ein neu zugelassenes Medikament besser ist, als jene, die es bereits vorher auf dem Markt gab. Oft ist ein solcher Mehrwert nicht belegbar. Die Kassen fordern nun generell bei neuer Diagnostik und neuen Therapien eine konsequente Bewertung des Nutzens, auch im Verhältnis zu den Kosten. Die Versicherungen fordern darüber hinaus, dass Patienten, aber auch Kassen und Ärzte, weit mehr Angaben über die Qualität in Arztpraxen und Kliniken nachlesen können sollten.Sowohl über Erfolge als auch über Mängel. (ad)

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