Keime auf der Frühchenstation in Meppen

Fabian Peters

Multiresistente Keime infizieren Frühchen im Klinikum Meppen

11.05.2012

Multiresistente Erreger sind in den Krankenhäusern deutschlandweit ein wachsendes Problem. Dabei treten die gefährlichen Keime immer häufiger auch in besonders sensiblen Klinikbereichen wie zum Beispiel den Frühchenstationen auf. In Meppen haben sich nun fünf Frühchen infiziert.

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Bei den multiresistenten Erregern, die auf der Frühchenstation des Klinikums im emsländischen Meppen nachgewiesen wurden, handelt es sich laut Angaben des Sozialministeriums in Hannover um eine multiresistente Variante des Darmbakteriums Escherichia coli (E. coli). Fünf Frühchen hätten sich mit den Keimen infiziert, seien allerdings bisher nicht erkrankt.

Infektionen mit multiresistenten Erregern in Kliniken
Infektionen mit multiresistenten Erregern sind in den Kliniken deutschlandweit durchaus keine Seltenheit. Für die Betroffenen ist die Infektion oft ein erhebliches Risiko, da die Keime nicht mit den herkömmlichen Antibiotika behandelt werden könne. Immungeschwächte Patienten und Frühchen, deren Immunsystem noch nicht ausgebildet ist, sind durch die Erreger besonders gefährdet. Welche dramatischen Folgen die Ausbreitung multiresistenter Keime auf einer Frühchenstation haben kann, zeigte sich Ende letzten Jahres, als in Bremen drei Frühchen in Folge einer entsprechenden Infektion verstarben. Die Ausbreitung der Keime auf der Frühchenstation des Klinikums Bremen-Mitte konnte trotz umfassender Hygienemaßnahmen nach dem Tod der Säuglinge nicht unter Kontrolle gebracht werden und im Februar 2012 verstarben hier zwei weitere Frühchen infolge einer Infektion mit den multiresistenten Erregern.

Umfassende Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen eingeleitet
In Meppen haben sich laut Mitteilung des Gesundheitsministeriums aktuellen fünf Frühchen mit den multiresistenten Erregern ESBL – E. Coli infiziert. Allerdings sind die Säuglinge „lediglich besiedelt und nicht erkrankt“, betonte eine Sprecherin des Landkreises Emsland. Um eine Ausbreitung der Keime zu vermeiden, wurden die infizierten Kinder im Meppener Krankenhaus Ludmillenstift isoliert untergebracht, die Station wurde für Neuaufnahmen gesperrt, und das Personal sowie alle anderen Frühgeborenen untersucht. Des weiteren erfolgten auf der Frühchenstation umfassende Desinfektionsmaßnahmen. „Nach unserer derzeitigen Kenntnis hat das Klinikum die notwendigen Maßnahmen veranlasst, um das Geschehen einzudämmen und insbesondere sofort die zuständige Amtsärztin des Landkreises Emsland informiert“, lobte ein Sprecher des niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration das entschlossene Vorgehen gegen die multiresistenten Erreger. Der Landkreis Emsland hat nach eigenen Angaben in enger Abstimmung und Kooperation mit dem Ludmillenstift, dem niedersächsischen Landesgesundheitsamt sowie dem Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration die erforderlichen Maßnahmen umgesetzt. Die verschärften Hygienemaßnahmen sollen laut Behördenangaben auch in den kommenden Tagen fortgesetzt werden, um eine Ausbreitung der Erreger und weiteren Infektionen vorzubeugen. (fp)