Kein Ebola bei Düsseldorfer Patient

Fabian Peters
Ebola-Verdacht hat sich nicht bestätigt

Nachdem der Ebola-Verdacht bei einem Patienten in Nordrhein-Westfalen zunächst umfassende Sicherheitsmaßnahmen und die Verlegung auf eine Spezialstation der Universitätsklinik Düsseldorf ausgelöst hatte, erteilten die Behörden am Montagnachmittag offiziell Entwarnung.

„Die Diagnostik des Bernhard-Nocht-Institutes für Tropenmedizin aus Hamburg hat ergeben, dass der Patient, der am gestrigen Abend (Sonntag, 3. Mai) unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen in die Uniklinik gebracht worden ist, nicht an Ebola erkrankt ist“, so die Mitteilung der Landeshauptstadt Düsseldorf. Der Mann hatte nach einem Aufenthalt in Guinea vermeintliche Ebola-Symptome aufgewiesen und wurde daher vorsorglich in die Sonderisolierstation der Uniklinik Düsseldorf transportiert.

Tropf im Krankenhaus

Entwarnung an der Uniklinik Düsseldorf
Zwar waren die wesentlichen Kriterien für den Verdacht auf eine Ebola-Erkrankung bei dem Patienten erfüllt (Aufenthalt in einem Ausbreitungsgebiet, Kontakt mit erkrankten Personen und Fieber), doch die weiterführenden Untersuchungen vielen eindeutig negativ im Hinblick auf das Ebola-Virus aus. Nach der Entwarnung wurden die Sicherheitsvorkehrungen in der Uniklinik heruntergefahren und der Patient wird nun regulär weiterbehandelt, so die Mitteilung der Landeshauptstadt. „Wir sind natürlich froh, dass der Patient nicht an Ebola erkrankt ist“, betonte Klinikdirektor Professor Dr. Dieter Häussinger. Zudem hätten der Transport, die Aufnahme, Diagnostik und Versorgung in der Sonderisolierstation reibungslos funktioniert, so Häussinger weiter. Der Gesundheitsdezernent der Landeshauptstadt Düsseldorf, Professor Dr. Andreas Meyer-Falcke, nutzte die aktuelle Pressemitteilung auch, um sich bei allen Beteiligten „für ihren gut vorbereiteten und professionellen Einsatz“ zu bedanken.

Spezielle Sicherheitsvorkehrungen auf der Sonderisolierstation
Der Mann mit dem Ebola-Verdacht war laut Aussage des Klinikdirektors der erste Patient, der in der Sonderisolierstation der Uniklinik Düsseldorf aufgenommen wurde. Nachdem der Ebola-Verdacht aufkam, wurde der Mann Sonntagnacht von der Feuerwehr Düsseldorf unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen und unter der Leitung von Dr. Frank Sensen vom Düsseldorfer Gesundheitsamt in die Uniklinik der Landeshauptstadt transportiert. Ein spezieller „Intensiv-Rettungswagen“ war für den Transport ausgerückt und wurde von sechs weiteren Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr, sowie zwei Polizeiwagen begleitet. Untergebracht wurde der Patient in der hochmodernen und von der Außenwelt vollständig abzuriegelnden Sonderisolierstation der Uniklinik Düsseldorf, die auch Bestandteil des Seuchenalarmplans des Landes NRW ist. Ein Übertritt gefährlicher Keime in die Umgebung sollte so sicher vermieden werden. Ein vollständiger Schutz der Patienten, Besucher und des behandelnden Personals sei hier gewährleistet, so die offizielle Mitteilung.

Ebola-Epidemie in Westafrika noch nicht vorüber
Auch wenn sich der aktuelle Ebola-Verdacht nicht bestätigt hat, sind Reisen in die westafrikanischen Staaten Guinea und Sierra Leone derzeit noch immer mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko belastet. Indes scheint die Ebola-Epidemie in Liberia mittlerweile weitgehend unter Kontrolle. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden in der Woche bis zum 26. April in Guinea allerdings noch immer 33 neue Ebola-Infektionen gemeldet. Dies waren jedoch deutlich weniger Neuinfektion als noch vor einigen Wochen. Zwischenzeitig wurden hier Mitte März fast 100 neue Erkrankungen wöchentlich aus Guinea an die WHO gemeldet. Insgesamt haben sich im Zuge der aktuellen Ebola-Epidemie laut Angaben der WHO mehr als 26.000 Menschen infiziert und rund 10.900 Personen sind an den Folgen der Infektionskrankheit verstorben. Guinea hatte bislang knapp 3.600 Infektionen und 2.377 Todesopfer zu verzeichnen. (fp)

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