Kein Medizin-Mythos: Seltenes Meerjungfrauensyndrom beim Baby

Bild: Nelly Kovalchuk- fotolia
Alexander Stindt
Ärzte entdecken bei Fötus Mehrjungfrauenschwanz, Mutter beendet darauf hin Schwangerschaft
Wenn Sie an Mehrjungfrauen denken, kommt Ihnen sicher Ariel die Mehrjungfrau in den Sinn. Wenige Menschen wissen allerdings, dass ein seltener angeborener Defekt zu einer realen Fusion der Beine führen kann. Das Ganze erinnert dann stark an den Schwanz einer Mehrjungfrau. Eine 23-jährige Frau aus China beschloss jetzt ihre Schwangerschaft zu beenden und ihr Kind abzutreiben, weil dieses auf Ultraschallbildern die Anzeichen des Defekts zeigte.

Dei werdende Mutter in China brach jetzt ihre Schwangerschaft ab. Zuvor wurde bei der 23-jährigen Frau festgestellt, dass ihrem Fötus eine Art Mehrjungfrauenschwanz anstelle von Beinen wuchs. Die junge Frau war bereits im sechsten Monat schwanger, als die Fehlbildung entdeckt wurde. Dieser angeborene Defekt wird auch als Sirenomelie oder das Meerjungfrauensyndrom bezeichnet.

Bild: Nelly Kovalchuk- fotolia
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Was ist das Mehrjungfrauensyndrom?
Das sogenannte Mehrjungfrauensyndrom ist eine äußerst seltene angeborene Fehlbildung. Bei diesem Defekt wachsen die Beine der Betroffenen ab dem Becken abwärts zusammen. Die Erkrankung geht meist einher mit einer weiteren Fehlbildung der Arme und auch der inneren Organe. Aus diesem Grund sind betroffene Kinder meist nicht lebensfähig. In der Regel werden betroffene Kinder tot geboren oder versterben kurz nach ihrer Geburt. Es sind weltweit nur sehr wenige Fälle bekannt, in den die Betroffenen eine längere Überlebenszeit aufwiesen.

Fötus hatte keine Blase und eine verkrüppelte Leber
Die 23-jährige Mutter unterzog sich in der Stadt Yichang in der chinesischen Provinz Hubei einer Untersuchung durch verschiedene Ärzte. Diese stellten dabei fest, dass ihr ungeborenes Kind am sogenannten Mehrjungfrauensyndrom litt. Die Ultraschalluntersuchungen des Unterleibes zeigten klar, dass der Fötus nicht zwei Beine sondern eine Art Mehrjungfrauenschwanz hatte. Außerdem fehlte dem Fötus die Blase und er besaß lediglich eine verkrüppelte Leber, berichten die Mediziner laut der britischen Tageszeitung Daily Mail. Obwohl die Mutter den Fötus bereits ein halbes Jahr lang in sich trug, beendete die Mutter ihre Schwangerschaft. Mediziner hatten vorher geschätzt, dass das Baby nur einige Stunden nach der Geburt überleben würde.

Die Ursache der sogenannten Sirenomelie ist noch unbekannt
Die seltene Art der Fehlbildung tritt häufiger bei Zwillingen auf. Die Ursache der sporadischen Fehlbildung ist bisher allerdings nicht bekannt. Die Krankheit zeigt sich durchschnittlich bei einer von 100.000 Schwangerschaften. Bei nicht so stark ausgeprägten Fällen der Erkrankung können die Beine durch eine Operation getrennt werden. Betroffene können danach oft ein ganz normales Leben führen.

Amerikanisches Mädchen mit Meerjungfrauensyndrom wurde zehn Jahre alt
Der am besten dokumentierte Fall von Sirenomelie betraf das amerikanische Mädchen Shiloh Pepin. Trotz 150 Operationen während ihrer relativ kurzen Lebensdauer starb das Mädchen im Alter von nur zehn Jahren, berichtet die Daily Mail. (as)

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