Kein Verlust geistiger Fähigkeiten bei Migräne

Fabian Peters

Migräne bedingt keinen Rückgang der kognitiven Leistungsfähigkeit. Zwar sind im Gehirn der Migräne-Patienten mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) vermehrt sogenannte helle Flecken erkennbar, doch dies habe keinen Einfluss auf die geistigen Fähigkeiten, so das Ergebnis einer Studie US-amerikanischer und niederländischer Forscher.

14.11.2012

Im Rahmen der aktuellen Studie arbeiteten Wissenschaftler der Universität Leiden (Niederlande), des Haga Hospital in Den Haag (Niederlande), des Slingeland Hospital in Doetinchem (Niederlande), des Academic Hospital Maastricht (Niederlande) und des National Institute on Aging in Bethesda (Maryland, USA) zusammen, um mögliche Auswirkungen chronischer Migräne auf das Gehirn zu analysieren. Ihre Ergebnisse haben die Forscher im Fachmagazin „Journal of the American Medical Association“ veröffentlicht.

Knapp 300 Migräne-Patienten untersucht
Die Wissenschaftler werteten im Rahmen ihrer Studie die Daten von „295 gut charakterisierten Patienten mit Migräne und 140 alters-und geschlechtsspezifischen gleichaltrigen Kontrollpersonen“ aus. Das Gehirn der Studienteilnehmer wurde im Jahr 2000 und im Jahr 2009 mit Hilfe eines MRT-Scans untersucht. Bei der ersten Untersuchung im Jahr 2000 lag das Durchschnittsalter der Stichprobe bei 48 Jahren und 71Prozent waren Frauen. Zwar hatten sich in früheren Untersuchungen Hinweise darauf ergeben, dass chronische Migräne zu ischämischen Läsionen (Gewebeschäden durch Mangeldurchblutung) im Gehirn führen kann, doch die niederländischen und US-amerikanischen Forscher konnten nach neun Jahren Versuchszeitraum bei den Migräne-Patienten keine Hinweise auf einen Verlust der geistigen Fähigkeiten feststellen.

Helle Flecken im Gehirn der Migräne-Patienten
Die Untersuchung im Magnetresonanztomografen ließ bei den chronischen Migräne-Patienten vermehrt sogenannte helle Flecken im Gehirn erkennen, eine verstärkte Progression der übrigen im MRT feststellbaren Gehirnschäden war jedoch nicht zu verzeichnen, schreiben die Forscher. Für die Betroffenen sei dies durchaus eine erfreuliche Nachricht, zumal sie aufgrund der Migräne-Symptomen ohnehin oftmals in ihrem Alltag bereits deutlich eingeschränkt sind. Die massiven Kopfschmerzen, welche nicht selten mit sogenannten Aura-Symptomen wie Schwindel, Taubheitsgefühl in den Extremitäten, Sehstörungen, erhöhter Licht- und Geräuschempfindlichkeit einhergehen können, setzen die Betroffenen während der Migräne-Attacken häufig vollständig außer Gefecht. Ein zusätzlicher Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit wäre für sie einer Hiobsbotschaft gleichgekommen. Die aktuelle Studie gibt an dieser Stelle nun jedoch Entwarnung. Mark Kruti vom Institut für Radiologie am Leiden University Medical Center betonte, dass in ihrer Studie keine Ausfälle bei Gedächtnisleistung, Konzentration und Aufmerksamkeit durch die chronische Migräne nachweisbar waren und daher auf vorbeugende „aggressive Behandlungsmethoden“ verzichtet werden könne. (fp)

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