Kein Zusammenhang zwischen Leukämie und Asse?

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Strahlenbelastung Asse kein Grund für Krebs?

Besteht ein Zusammenhang zwischen der erhöhten Leukämie Rate und dem Atommüllager "Asse"? Ein Strahlen

Als Besorgniserregend nimmt die Bevölkerung die auftretenden Blutkrebs-Fälle in der Region um das marode Atommüllendlager Asse auf. Experten melden sich zu Wort, die bezweifeln, dass durch "geringe Strahlenbelastung" die Krebserkrankungen ausgelöst werden. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) glaubt nicht an einen Aufklärungswillen der niedersächsischen Landesregierung. Auffällig sei, dass schon im Vorfeld ein möglicher Zusammenhand geleugnet wird, so die Initiative.

Kein Zusammenhang zwischen geringer Strahlenbelastung und Blutkrebs?
Einen Zusammenhang der auffälligen Häufung von Leukämiefällen (Blutkrebs) in der Umgebung des betriebenen Atommüllendlagers Asse II hält der Strahlen der Universität Essen, Wolfgang-Ulrich Müller für unwahrscheinlich. Viele Studien hätten in den letzten Jahren einen möglichen Kontext zwischen Strahlenbelastung aus Atomanlagen und Krebs untersucht. Laut Aussagen des Experten gegenüber dem Magazin „Focus“ sei „bei näherer Betrachtung nie etwas Belastbares übrig geblieben“. Der Experte hat früher die Strahlenschutzkommission (SSK) geleitet, die das Bundesumweltministerium berät. Heute ist der der Vorsitzende der SSK-Arbeitsgruppe „Strahlenrisiko“. Ein "biologischer Mechanismus" kann nicht erklären, wie die geringe Strahlenbelastung Krebstumore auslöse. „Für die angeblich um das Dreifache erhöhten Fälle von Schilddrüsenkrebs etwa müsste so viel radioaktives Jod freigesetzt worden sein, dass die Messinstrumente Alarm geschlagen hätten.“, so der Biologe gegenüber dem „Focus“. Auch bei den Blutkrebs-Fällen seien nach Ansicht Müllers andere Erklärungsmuster wahrscheinlicher, als die gemessene Radioaktivität. Eher kommen Pflanzenschutzmittel oder Infektionen für das Auftreten von Leukämie in Frage.

“Betrachtet man die Leukämie- Erkrankungen in der Samtgemeinde Asse, würde man einen Fall pro Jahr erwarten”, hieß es in einem Vermerk des Sozialministeriums. Von 2002 bis 2009 sind aber 18 Fälle aufgetreten. Eine Ursache dafür könne bisher nicht festgestellt werden, so das niedersächsische Umweltministerium. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg zeigte sich verwundert darüber, dass die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) versuche, die "Bevölkerung zu beschwichtigen". “Ohne dass die einzelnen Krankheitsfälle analysiert wurden, erklärte des BfS, dass eine Kontamination durch radioaktive Stoffe aus der Asse nicht zu befürchten sei. Das nährt Zweifel, ob der Wille zu einer ernsthaften und “schonungslosen” Aufklärung vorhanden ist, wenn das Ergebnis schon feststeht.” Das BfS als zuständige Behörde in Sachen Strahlenschutz sollte vor allem darauf drängen, dass die Länder die bundesgesetzlichen Vorgaben zur Erstellung von Krebsregistern zügig umsetzen, kritisieren die Umweltschützer.

Landesregierung zeigt wenig Willen zur Aufklärung
Die niedersächsische Landesregierung zeige nach Ansicht der Bürgerinitiative wenig Willen, die Leukämie-Cluster und ihre Ursachen zu erforschen. Wie wenig Wille bei der Landesregierung vorhanden ist, Leukämie-Cluster und ihre Ursachen zu erforschen, konnte man kurz zuvor erfahren, kritisiert die BI. Auf der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Gesundheit des niedersächsischen Landtags hatten die Vertreter der CDU und der FDP am vergangenen Mittwoch die Ursachen-Forschung bezüglich der Leukämie in der Elbmarsch faktisch beendet, weitere Bodenproben sollten nicht untersucht werden. In der Umgebung der Atomanlagen in Krümmel bzw. des GKSS-Geländes in Geesthacht traten bisher 19. Leukämie-Fälle auf. “So viel zum Aufklärungswillen der niedersächsischen Landesregierung, nur dort, wo der Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit sich richtet, passiert etwas”, hält BI-Sprecher Wolfgang Ehmke der Landesregierung vor. Die Bürgerinitiativen vermuten mittlerweile, dass die besondere Häufung der Blutkrebserkrankungen um „Krümmel“ auf einen Unfall mit kerntechnischem Material am 12 September 1986 auf dem GKSS-Gelände zurückzuführen ist. (sb, 28.11.2010)

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