Keine Blutdrucksenker bei Gicht

Fabian Peters

Gefahr eines Gichtanfalls durch Blutdrucksenker

12.03.2012

Gicht-Patienten sollten bei der Einnahme von blutdrucksenkenden Mittel besonders vorsichtig sein, denn unter Umständen können die Präparate einen akuten Gichtanfall auslösen, so eine aktuelle Mitteilung vom wissenschaftlichen Beirat des Berufsverbandes Deutscher Rheumatologen in Wiesbaden.

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Die häufig bei Bluthochdruck eingesetzten Diuretika können eine erhöhte Konzentration der Harnsäure im Organismus bedingen, welche ihrerseits als möglicher Auslöser für akute Gichtanfälle gilt, erklärte Prof. Dr. Klaus Krüger, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats beim Berufsverband Deutscher Rheumatologen. Eine aktuelle britische Studie habe gezeigt, dass das Risiko akuter Gichtanfälle durch die Diuretika besonders stark steigt. Aber auch Blutdrucksenker wie Betablocker, ACE-Hemmer und spezielle AT1-Blocker seien für Gicht-Patienten problematisch, so die Aussage des Experten.

Bei bestimmten Blutdrucksenkern droht ein akuter Gichtanfall
Aufgrund des Risikos eines akuten Gichtanfalls ist für Gicht-Patienten bei der Einnahme entsprechender Blutdrucksenker besondere Vorsicht geboten. Insbesondere Diuretika sind hier nicht empfehlenswert, betonte Prof. Dr. Klaus Krüger. Denn sie bringen eine Erhöhung des Harnsäurespiegels mit sich, die zur Folge hat, dass sich vermehrt Harnsäurekristalle in den Gelenken der Patienten ablagern und so die typischen rheumatischen Symptome wie Gelenkentzündungen, Schwellungen und starke Schmerzen auslösen, erläuterte der Experte. Da Bluthochdruck bei Gicht-Patienten häufig als Begleiterkrankung auftritt, werden viele der Betroffenen mit sogenannten Blutdrucksenkern behandelt, wodurch das Risiko eines akuten Gichtanfalls unter Umständen zusätzlich steigt, so Krüger weiter. Die Gicht-Patienten sollten nach Ansicht des Rheumatologen daher in jedem Fall darauf achten, welches Medikament sie zur Senkung ihres Blutdrucks verschrieben bekommen. Auf Diuretika ist laut Aussage des Experten bei Gicht-Patienten am besten gänzlich zu verzichten.

Naturheilkunde-Behandlung von Gicht
In der Naturheilkunde werden verschiedene Methoden angewandt, um den Harnsäurespiegel zu beeinflussen und so das Risiko eines akuten Gichtanfalls zu reduzieren. Die Magnetfeldtherapie ist hier ebenso zu nennen, wie die Phytotherapie mit unterschiedlichen Heilpflanzen (z. B. Herbstzeitlose, Brennnessel, Schwarznesselkraut) oder Verfahren der Homöopathie. Der Säure-Basen-Haushalt spielt bei der naturheilkundlichen Behandlung von Gicht eine besondere Rolle, da hier ein enger Zusammenhang mit der Bildung von Harnsäurekristallen in den Gelenken gesehen wird. Auch Ernährungstherapien kommen bei der Vorbeugung und Behandlung von Gicht häufig zum Einsatz. Aus gutem Grund, denn erst Ende letzten Jahres hatte die Deutschen Rheuma-Liga in Bonn darauf hingewiesen, dass Fleisch und Fisch ebenso wie Alkohol für Gicht-Patienten tabu seien. Empfehlen können die Experten indes Gemüse, Obst, Nudeln, Kartoffeln und Reis. Um die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten, rät die Deutsche Rheuma-Liga den Betroffenen außerdem sich ausreichend zu bewegen. Bewegungsübungen wie Tai Chi, Yoga oder Wassergymnastik sollen hier helfen. Insgesamt bietet sich ein breites Spektrum naturheilkundlicher Behandlungsansätze bei Gicht an, deren Auswahl von den individuellen Beschwerden der Patienten abhängig gemacht werden sollte. (fp)