Keine exakte Vorhersage für Geburtstermine

Astrid Goldmayer

Geburtstermine lassen sich nur grob vorhersagen

07.08.2013

Geburtstermine lassen sich nicht exakt vorhersagen, denn wie lange ein Kind im Bauch der Mutter bleibt, ist individuell sehr unterschiedlich. US-amerikanische Forscher fanden heraus, dass die Dauer von Schwangerschaften um bis zu 37 Tage variieren kann. Wahrscheinlich sind dafür Faktoren in den ersten zwei Wochen nach der Befruchtung verantwortlich.

Bis vor gut zwei Wochen fieberte Großbritannien der Geburt des neuen Thronfolgers entgegen. Paparazzi und Journalisten postierten sich bereits Wochen vor dem Ereignis vor dem Krankenhaus, in dem Herzogin Catherine das Kind zur Welt bringen sollte. Denn niemand konnte wissen, wann die Wehen tatsächlich einsetzen und der kleine Prinz das Licht der Welt erblicken würde. Ob eine exakte Vorhersage über die Dauer einer Schwangerschaft möglich ist und welche Faktoren darauf Einfluss haben, untersuchte jüngst ein Forscherteam um Anne Marie Jukic vom National Institute of Environmental Health Sciences in Durham. Ihre Ergebnisse stellen sie im Fachmagazin „Human Reproduction“ vor.

Die Forscher verwendeten die Daten einer früheren Studie, in der bereits Schwangerschaften untersucht wurden. 125 Frauen, die durchschnittlich 29 Jahre alt waren, gaben dafür in den Wochen vor und nach der Empfängnis jeden Tag Urinproben ab, anhand derer die Forscher den Hormongehalt auswerteten. Daraus konnte der Zeitpunkt des Eisprungs sowie der Tag der Einnistung in der Gebärmutter (Uterus) bestimmt werden. Alle Kinder kamen natürlich – nicht per Kaiserschnitt oder durch künstliche Einleitung der Wehen – auf die Welt.

Schwangerschaftsdauer und Geburtstermine weichen bis zu 37 Tage voneinander ab
Der voraussichtliche Geburtstermin wird im Regelfall 280 Tage nach dem ersten Tag der letzten Monatsblutung festgelegt. Die Forscher fanden jedoch heraus, dass die Dauer von Schwangerschaften um bis zu 37 Tage variieren kann. „Die durchschnittliche Zeit vom Eisprung bis zur Geburt betrug 268 Tage (38 Wochen und zwei Tage). Auch nachdem sechs Frühgeburten ausgeschlossen wurden, unterschied sich die Schwangerschaftsdauer um bis zu 37 Tagen“, schreiben die Forscher. Bei älteren Frauen habe die Schwangerschaft länger als bei jüngeren gedauert, heißt es weiter. Zudem ermittelten die Wissenschaftler, dass Frauen, die bereits einmal überdurchschnittliche lange schwanger waren, auch bei der zweiten Schwangerschaft erst nach dem errechneten Geburtstermin entbanden. Je mehr Zeit zwischen dem Eisprung und der Einnistung des Embryos lag, desto länger war auch der Zeitraum bis zur Geburt.

Sehr wahrscheinlich haben Vorgänge innerhalb der ersten zwei Wochen nach der Befruchtung einen entscheidenden Einfluss auf die Dauer der Schwangerschaft. Andere Theorien konnten jedoch nicht bestätigt werden. „Wir konnten keinen Zusammenhang zwischen der Schwangerschaftsdauer und anderen Faktoren, die damit in früheren Studien in Verbindung gebracht wurden, bestätigen wie der Body-Mass-Index (BMI), Alkoholkonsum, Parität oder das Geschlecht des Nachwuchses“, berichten die Forscher im Fachmagazin.

Zeugungszeitpunkt soll Gesundheit des Babys beeinflussen
Einer anderen Studie zufolge soll der Zeitpunkt der Zeugung Einfluss auf die Gesundheit des Babys haben. US-amerikanische Forscher der Princeton University kamen unter anderem zu dem Ergebnis, dass Kinder, die im Mai gezeugt wurden, ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt und somit für bestimmte Krankheiten haben. Wie Janet Currie und Hannes Schwandt im Fachmagazin „PNAS" schreiben, könnten Influenza-Viren dabei eine Rolle spielen. So könnten Grippe-Erreger bei Schwangeren eine Frühgeburt auslösen. Denn der errechnete Geburtstermin bei einer Zeugung im Mai falle auf Januar oder Februar und damit in die Grippe-Hochsaison in den USA. (ag)

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Bild: Zwilling 2006 / pixelio.de